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Alle Quartale wieder: 18 Millionen mal E-Plus

28. Oktober 2009 Kategorien: Hennings Handy-Welt

Alle Quartale wieder geben die Mobilfunker ihre Zahlen bekannt. Marktbeobachter mit Krawatte oder in weissen Kitteln und mit großen Brillen sitzen hinter ihren Flachbildschirmen oder starren auf ihre Glaskugeln.

Im 3. Quartal macht die holländische KPN mit ihrer deutschen Tochter “E-Plus-Gruppe” den Anfang und feiert ein profitables 3. Quartal 2009 bei “stabilen” Serviceumsätzen, na ja, er ist mit 779 Millionen Euro nur um 3 Millionen (-0,4%) gesunken.

Die Gewinne vor Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sind wieder gestiegen, das EBITDA stieg um
3,3% auf 347 Millionen Euro, was eine EBITDA-Marge von 42,4% ergibt. Das sind für die Kostenrechner richtige Taumzahlen.

Die Kundenzahl (genauer, die Zahl der aktivierten SIM-Karten) legt gegenüber dem Vorjahr um 10% auf 18,7 Millionen zu.

Da verbietet sich doch jede Kritik. Das Konzept jeder Menge neuer Marken zu niedrigen Preisen scheint aufzugehen, daß dabei die ursprünglicher Kernmarke “E-Plus” in den Hintergrund gerät, scheint nur Freaks und Fans zu “stören”, mit permanent neuen Zusatzmarken und Karten gewinnt die E-Plus-Gruppe immer und immer noch Kunden dazu. Und das, obwohl der allgemeine Trend auf Stillstand (”Stagnation”) oder sogar auf “Rückgang” steht.

Der Gesamtumsatz von E-Plus inklusive Endgeräteverkäufen und sonstigen Erträgen lag im dritten Quartal bei 819 Millionen Euro. Die Umsätze aus Mobilfunkdienstleistungen nahmen im Vergleich zum 2. Quartal von 757 auf 779 Millionen Euro zu. Im Vergleich zum Vorjahreswert von 782 Millionen Euro blieb der Serviceumsatz damit aktuell nahezu stabil (-0,4%).

Bei soviel guten Zahlen gibts auch Schattenseiten: Die Absenkung der Terminierungsentgelte (das sind die Preise, die andere Netze zahlen müssen, wenn sie Gespräche anliefern möchten) wirkt sich seit April 2009 negativ auf den Umsatz aus, genauer um 2,7 Prozent. Ohne diesen Sondereffekt hätte das organische Wachstum im Serviceumsatz mit 2,3 Prozent im Plus gelegen. Hatte E-Plus nicht lautstark eine Senkung dieser Entgelte gefordert?

Das EBITDA (Gewinn vor Steuern und Abschreibungen) stieg im abgelaufenen Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent auf 347 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge erreichte 42,4 Prozent. Dabei hat ein Einmaleffekt im Roaming-Geschäft in Höhe von rund 11 Millionen Euro das Ergebnis im dritten Quartal beeinflusst. Ohne diesen Effekt lag die EBITDA-Marge bei 41 Prozent. Große Lebensmittelhändler liegen so bei ungefähr 3,5% sagt man.

Verantwortlich für die positive wirtschaftliche Entwicklung der E-Plus Gruppe sind ein konsequentes Kostenmanagement (= Sparen – Sparen – Sparen), die strikte Konzentration (”Fokussierung”) auf effektive Maßnahmen im Marketing, im Vertrieb und im Netzaufbau sowie die anhaltend gute Nachfrage nach den Angeboten der Eigenmarken und Kooperationspartner des Unternehmens.

Soll heißen: Selbst wenn es in den E-Plus-Shops gähnend leer ist, stört uns das nicht, wir verkaufen lieber Zweit- und Kleinstmarken, die meistens über das Internet ausliefern und keine Shops brauchen.

Es gibt auch erfreuliches: Die vielgescholtene Kritik am “schlechten” Netz zeigt hier und da Wirkung. Zwar gibt es offiziell keine belastbare Aussagen zu konkreten Ausbaumaßnahmen, außer dem allgemeinen Hinweis, daß “die E-Plus Gruppe weiter stark in den Netzausbau und hier insbesondere in den Aufbau schneller Datennetze” (investiert).

Pressewirksam plädiert die E-Plus-Gruppe für eine gerechte Verteilung geeigneter Frequenzen im Zuge der für 2010 geplanten Frequenzversteigerung und “prüft eine kurzfristige Klage” gegen das bisher von der Bundesnetzagentur vorgesehene, wettbewerbsschädliche Vergabeverfahren. E-Plus hat Angst, wenn es dumm kommt, keine oder zu wenige Frequenzen abzubekommen. Frequenzen sind das eine, Netztechnik und Backbones (die Zuleitungen zu den Vermittlungsknoten) das andere. Billig wird das nicht.

Zum 30. September 2009 hat E-Plus 18,7 Millionen SIM-Karten scharf geschaltet, damit sind im letzten Jahr rund 1,7 Millionen neue Karten dazu gekommen, 477.000 neue Karten davon im abgelaufenen dritten Quartal, die meisten über Kooperationspartner und neue Marken, wie z.B. Simyo, Blau, Aldi/Medion oder die Mini-Marken von Tageszeitungen etc.

Schaut man sich die Zahlen genauer an, ist der Gesamtumsatz vom Quartal3 in 2008 auf das Quartal3 in 2009 um 2,5% gesunken. Auch der Service-Umsatz ging minimal um 0,4% zurück. Vergleicht man das 3. Quartal mit dem zweiten Quartal aus 2009 sind die Zahlen aber wieder im Plus.

Der magische “ARPU” Wert (monatlicher Durschnittsumsatz pro Kunde) zeigt bei E-Plus aktuell 14 Euro (”blended”) oder 6 Euro bei Prepaid. Ein klares Signal sind 28% Umsatzanteil bei Datendiensten. Die günstigen Daten-Tarife machen es möglich. Wenn das Netz noch schneller, stabiler und flächendeckender wäre, wäre sicher noch mehr drin.

Von den 18,712 Mio Kunden funken 13,018 Mio Kunden mit “neuen” Marken, 6.800 Millionen bevorzugen Prepaid.

Mal sehen, welche Zahlen D1, D2 und o2 in Kürze vorlegen werden.

Und Sie? Wieviele Minuten haben Sie in der letzten Zeit mehr (oder weniger) telefoniert? Wieviele MB mehr versurft Wieviele neue Karten in Betrieb genommen, wieviele “alte” Karten stillgelegt oder “entsorgt” ?

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Eine Reaktion zu “Alle Quartale wieder: 18 Millionen mal E-Plus”

  1. Andi Says:

    Ich finde ja, dass die Richtung, die Eplus derzeit einschlägt, dem Image des Konzerns schadet. In meinen Augen ist Eplus mittlerweile nur noch ein Billigheimer, auf den ich mich nicht verlassen wollte, wenn es hart auf hart käme. Sei es beim Service oder sei es beim nicht sehr berauschenden Datennetz.

    Das Einzige, was man bei Eplus noch wirklich kann, ist wohl sparen. Aber ich würde mal behaupten, dass in Deutschland mittlerweile umgedacht wird und mit der großen Smartphone-Invasion immer mehr Menschen Wert auf Qualität legen.

    Sprich: Dort, wo Eplus derzeit nur dank der Discounter noch erfolgreich ist (Sprachtelefonie), wird in Zukunft immer weniger rausholen zu sein.
    Wie sonst kann man stark steigende Kundenzahlen und sinkende Umsatzzahlen trotz relativ stabiler Preise logisch verknüpfen?

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