RSS|Zweite Session mit Florian Bailey, diesmal: Usability und User Experience. Im Entwicklungsprozess wird das Thema gerne nach hinten geschoben, obwohl alle anderen Elemente starken Usability-Bezug haben, etwa das Marketing. Der Grundfokus auf Usability darf daher nie verloren gehen.
Der User findet sich nicht zurecht, der Entwickler gibt ihm Hinweise, statt die Usability zu verbessern. Die Unternehmen sind immer betriebsblind, was die User Experience auf der eigenen Webseite angeht.
Beispiel: Es gibt bei SchülerVZ kein Feedback beim Upload des Produktfotos, daher erfährt der Nutzer nicht, ob er sein Bild bereits erfolgreich hochgeladen hat. Feedback wäre etwa: Du hast Dein Foto ausgewählt, jetzt musst Du noch bestätigen…
Konzeptionelle Grundlagen:
1. Erwartungen des Users erfüllen
- Die Erwartungen werden teilweise von den Seitenbetreibern selbst geweckt. Beispiele: Der User erwartet Links, Buttons und Hinweise darauf, was er jetzt tun kann.
- Gerade bei sozialen Netzwerken ist oft unklar, was der Nutzer tun kann.
2. Erwartungen ans Standard-Webinterface
- Suchfunktion immer oben rechts, die Aufmerksamkeit liegt bei einer Internetseite immer auf den Rändern, nicht im Zentrum
- Such-Funktion nie “finden” nennen – Gedankensprung wird nötig.
Regeln über Struktur und Gestaltung müssen immer vom Gesamt-Layout abhängen. In der Navigationsleiste sind die wichtigsten Punkte außen und innen. Im “F” der Webseite sollten die Kerninformationen enthalten sein.
Wenn ich weiß, wo die User herkommen (Google!), kann ich die Interaktion auf der Seite daran anpassen. (Suchfeld kann dann bspw. in die zentrale Mitte wandern wie bei Google)
Falsche Erwartungen werden geweckt, etwa durch schlechte, nicht deskriptive Texte oder einen falschen Kontext. Beispiel: Telekom-Webseite – hier werden Begriffe definiert, die der Nutzer verstehen und übernehmen soll.
Die Startseite ist die unwichtigste Seite, das Layout sollte von den Beitragsseiten aus durchdacht werden. Überflüssige Informationen sollten entfallen, etwa ein Datum auf der Startseite.
Das Design darf nicht unabhängig vom Content betrachtet werden. Auch der Header darf nicht unabhängig vom Rest der Seite analysiert werden.
Beispiel Apple: Unter www.apple.com finde ich nur ein riesiges Bild des iPod Touch. Apple steuert 100% die Aufmerksamkeit des Users. Fokussierung sichert, dass ich das Verhalten des Users steuern kann.
Die Apple-Startseite schneidet im Vergleich in der Session wesentlich besser ab als die Microsoft-Startseite. Das liegt unter anderem daran, dass die Scrollbarkeit der Seite nicht auf den ersten Blick erkennbar ist.
Redundanz macht die Klarheit kaputt, kann aber notwendig sein, wenn man sieht, dass die Grundstruktur Fehler hat. Muss aber vorsichtig gehandhabt werden.
Eine Suche soll meistens möglichst klare Treffer ergeben: eine Antwort auf eine Frage.
Flow nicht durchbrechen: SPIEGEL Online hat keinen Flow, ich klicke nur auf einzelne Artikel, eine social application muss einen Flow der Interaktion besitzen. Spiele sind dafür ein schönes Beispiel, hier kommt immer ein nächster Schritt. Dazu kommt die Interaktion: Der User tut etwas, dann passiert etwas.
Daraus ergibt sich die Frage: Was passiert, wenn der User etwa seine Location angibt. Ändert sich dann die Seite. Wie reagieren wir auf User-Interaktion?
Ein weiteres wichtiges Thema sind Texte: Gute Texte machen eine gute Internetseite aus. Eine hässliche Webseite kann durch klare Texte funktionieren, das gilt etwa für den US-Kleinanzeigen-Anbieter Craigslist. Texte im Web müssen hohe Informationsdichte haben und persönlich sein. Eine Webseite mit schlechten Texten riecht nach Tod.
Letzter Punkt: Fokus und Klarheit. (uba)
PS: Wie bekomme ich Feedback auf die einzelnen Elemente der Webseite. Texte sind etwa auf Keywords und Verständlichkeit leicht testbar. Zur Not ruft man jemanden an und liest den Text vor. Fragen nach der Bedeutung bringen Klarheit: Was versteckt sich etwa für den Nutzer hinter einem Button?
Multi-Variaten-Tests sollten unbedingt eingesetzt werden. Das geht relativ leicht mit Google Webmaster Tools.
Das war´s dann mit meinem Live-Blogging vom Barcamp München 08.
Weitere Infos zum Barcamp gibt´s hier.
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13. October 2008 um 10:01 Uhr
Merci
schöne Zusammenschrift