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#bcmuc08 – die China-Session

11. October 2008 Kategorien: Podcast

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Live-Blogging von der China-Session auf dem Barcamp in München:

In China gibt es 253 Millionen Internet-Nutzer, Deutschland hat 42 Millionen. Allerdings liegt die Penetrationsrate in China nur bei 19 Prozent.

Es gibt Menschen in China, die im Internet-Café wohnen. Im größten Internet-Café, das Referent Oliver Überholz gesehen hat, gab es 240 Raucher- und nur 20 Nichtraucherplätze.

Suchmaschine: Baidu. Google hat nur in Shanghai 25 Prozent Anteil, weil dort viele Westler wohnen. Baidu bietet Dienste an wie Google – und noch ein bisschen mehr. Beispiel: Wikipedia-Klon. Außerdem gibt es spezialisierte Suchen, etwa für MP3s oder WAP.

Dazu kommt: Sina.com.cn. Erster Dienst, der eine offizielle Nachrichtenlizenz erhalten hat, also ohne direkten Einfluss der Regierung News veröffentlichen darf.

Bloganbieter: 52.com, mit über 100 Millionen Dollar aus den USA finanziert. Gebloggt wird in China hauptsächlich im Freundeskreis, es geht also um private Themen in einem kleinen Leserkreis. Fach-Blogs entstehen erst langsam.

Amazon.de ist in China gescheitert, statt dessen: Alibaba.com. Hier kann man angeblich iPods und Ersatzteile für MacBooks etc. bestellen.

YouTube? Nein, Tudou.com ist der Nummer-eins-Videoanbieter. Sehr spannend, lohnt sich auch für Nicht-Chinesen, mal reinzuschauen.

Xiaonei.com: ein Social Network, angeblich von Facebook gekauft worden. Mr. Wong ist in China tätig und wohl recht erfolgreich, weil Deutsche im Ruf stehen, gut organisiert zu sein. Halbwegs erfolgreich in China (bei den Tekkies) ist auch del.icio.us.

Thema Kopien: Es gibt jede Menge YouTube-, Flickr-, Twitter- etc. -Klone.

Interessanter Exkurs zum Thema Kopieren: Das hat in China Tradition, angefangen bei der Kalligraphie. Außerdem denken Chinesen sehr stark in Kreisen, in diese Kreise kommt man nur sehr schwer hinein. Bsp.: Man heiratet immer die ganze Familie. Das hat starke Auswirkungen auf die Internet-Nutzung. Chinesen verwenden fast nie ihre echten Namen. Es gibt Communities, aus denen Du rausfliegst, wenn derjenige, den Du eingeladen hast, Mist baut.

Thema Innovation: Es gibt einen Wandel hin dazu, dass China uns beeinflusst, das war lange Zeit umgekehrt. Beispiel: Chinesische Twitter-Klone haben fast alle Gruppen integriert.
Beispiel: ipartment – hier kann man sich eine virtuelle bude einrichten, ein pärchen kann in eine wohnung einziehen und diese gemeinsam verwalten. (taiwanesisches Start-Up -> in der Internet-Welt gibt es weniger Stress zwischen China und Taiwan)
Beispiel: tudou.com – automatisierte Uploads (hat YouTube nicht).
Beispiel: darizi – ein Hochzeitsportal. Micro-Portals für den wichtigsten Tag im Leben. Das Hochzeitspaar kann bestimmen, wer die Blogs lesen darf. Bräutigam darf Blog der Zukünftigen nicht lesen u.u.

Thema Zensur: Der Begriff passt nicht immer. Internet-Betreiber brauchen eine staatliche Net License, eine kommerzielle oder nicht kommerzielle. Die Plattform tudou.com öffnet sich langsam, Versuche von westlichen Kritikern, Inhalte dort upzuloaden, seien eher kontraproduktiv. Angeblich werden auf der Plattform nur sechs bis zehn Videos täglich gelöscht.

Es gibt staatliche Eingriffe, Folter, etc., aber man sollte nicht alles schwarz malen. Die Berichterstattung im Westen sei zu einseitig. Das Thema sollte reflektierter betrachtet werden.

Greatfirewallofchina.org: Hier kann man nachsehen, ob die eigene Seite in China gesperrt ist.

Picidae: macht Screenshots von Webseiten, so dass der Inhalt nicht gefiltert werden kann.

Thema Expansion: Baidu sucht jetzt auch in Japan. Das ist der große Test-Case, Baidu darf die Content-Filter für Japan ausschalten, die Server stehen in China. Dazu kommt ein starker mobiler Anteil am Web-Traffic. Weitere Themen: Peer-to-Peer-TV, virtual goods und Nischencommunities. (uba)

PS: Die Slides zum Vortrag von Oliver Überholz gibt´s auch bei slideshare.net.

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