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DLD 09 – Vorläufiges Fazit mit Hubert Burda und (k)ein bisschen Krise

27. January 2009 Kategorien: DLD 2009, Podcast
Volles Haus.

DLD-Zuhörer: Volles Haus.

Zwei von drei Tagen DLD sind vorbei, das müsste für ein vorläufiges Fazit genügen. Zumal die Grundstimmung ganz leicht auszumachen war: Sie schwankt zwischen Gelassenheit und Euphorie – die Krise wird diskutiert, aber für die Macher aus Medien und Internet nicht als existenzbedrohend gesehen. Bemerkenswert: Für den einzigen Aussschlag auf der Negativ-Skala sorgte ausgerechnet Hubert Burda selbst.

“You get lousy pennies on the web!” Mit diesem Einwurf gegen Ende des Panels zur Lage der traditionellen und neuen Medien sorgte der Verleger (Disclaimer: Xonio ist eine Burda-Beteiligung) für die größte Schlagzeile am gestrigen Montag. Gemeint hatte Burda das Geschäft mit Anzeigen/Bannern im Web. Und als er Moderator Jochen Wegner, Chefredakteur von Focus Online, vorhielt, dass sich Focus Online nur mit Hilfe des Reise-Portals Holiday Check finanzieren lasse, sahen manche Zuhörer schon das Ende der “We are family”-Stimmung beim DLD hereinbrechen.

Netzwerken und Tauchen
Doch der kurze Auftritt blieb folgenlos. Und das war eigentlich schade. Gerne hätte man die in den Vorjahren oft geführte Diskussion über Geschäftsmodelle im Web gerade in Zeiten der Krise wieder aufflammen gesehen. Doch Themen wie Performance-Deals, die Macht von Google und die Zukunft der Video-Vermarktung wurden höchstens gestreift – zumindest in den Diskussionsrunden, die ich verfolgen konnte. Die DLD-Konferenz ist in erster Linie zum Netzwerken da, und das ist beileibe nichts Schlechtes. Da darf dann auch mal der Sohn von Jacques Cousteau stundenlang vom Tauchen ohne Pressluft schwärmen, ohne dass laut die Sinnfrage gestellt wird. Und Highlights wie David Weinbergers Vortrag über Wissen im Web-Zeitalter machen eher seichte Panels mehr als wett.

Das richtige Leben tobt ohnehin im Foyer, wo sich Blogger neben Agenturchefs und Geschäftsführer neben Modesternchen drängen. Ja, es war wieder eng beim DLD, aber die Beschränkung der Teilnehmerzahl sorgte dafür, dass es weniger chaotisch zuging als im Vorjahr. Und die Krise? Wen man auch fragt, alle scheinen sich dem konstruktiven Ansatz verschrieben zu haben. Da war viel von Chancen die Rede und noch mehr von der Automobilindustrie, deren einziger Panel-Vertreter, Gorden Wagener von Mercedes-Benz erst heute mitdiskutiert – zum Thema “Simplicity”.

Sicher durch die Krise?
Ob sich´s da manche nicht wirklich zu einfach machen? Stellenweise bekam ich den Eindruck, als seien nur Banken und Autohersteller wirklich betroffen. Telekom-Chef René Obermann zum Beispiel sieht seine Branche sicher durch die Krise steuern und sein Unternehmen global und damit prima aufgestellt. Dazu passt, dass auch Werbeagenturen im Januar noch nicht in Panik machen – zumindest, wenn sie Webangebote vermarkten. Bei den Zeitungen und Zeitschriften sieht es wohl anders aus.

Womit wir wieder bei Hubert Burda wären. Dessen Liebe zu Print ist natürlich ehrenwert und absolut verständlich. Auf der eigenen Konferenz fand er allerdings nur wenige überzeugende Mitstreiter wie Monocle-Gründer Tyler Brulé, der erfolgreich auf hochwertige, schwer ins Web transferierbare Magazin-Designs und -Inhalte setzt. Dagegen blieben die DLD-Besucher sehr ruhig, als Techcrunch-Gründer Michael Arrington es als “absurd” bezeichnete, Journalismus auf Papier zu drucken.

Die Wahrheit, so mein Fazit, liegt ohnehin in der Mitte: Eine starke Printmarke kann auch online Erfolg haben – das Online-Team muss dazu aber ballastfrei arbeiten können, sprich: weitgehend unabhängig von Einflüssen und Begehrlichkeiten der Print-Kollegen. Bei CHIP Xonio Online klappt das übrigens ganz hervorragend. (uba)

Alle weiteren Infos zur DLD-Konferenz gibt´s hier:

Homepage DLD 2009

DLD-Liveblog

DLD Live-Videostreaming

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4 Reaktionen zu “DLD 09 – Vorläufiges Fazit mit Hubert Burda und (k)ein bisschen Krise”

  1. KoopTech » Titelgeschichte » Wie realistisch ist eine Kulturflatrate für Journalisten? Says:

    [...] Ende der Debatte zur Zukunft der Medien brach es frustiert aus Hubert Burda heraus: “You get lousy pennies on the web!”. Damit meinte er das unbefriedigende Anzeigengeschäft im Internet. Deshalb muss sich [...]

  2. Wie realistisch ist eine Kulturflatrate für Journalisten? — CARTA Says:

    [...] Ende der Debatte zur Zukunft der Medien brach es frustiert aus Hubert Burda heraus: “You get lousy pennies on the web!”. Damit meinte er das unbefriedigende Anzeigengeschäft im Internet. Deshalb muss sich [...]

  3. You get lousy pennies on the web! – wir.sind.wernigero.de Says:

    [...] Verleger Hubert Burda auf der DLD 09 zu seinen Internetbeteiligungen. Im speziellen ist scheinbar die Rentabilität von focus.de gemeint. Nachlesen! [...]

  4. Wie Pre/Post-Release Modelle sich rechtfertigen müßen, oder: der neue Preis der Unterhaltung II. « blogomatic.de Says:

    [...] von den Lobbyisten in Berlin und Brüssel genug forciert wird und im Moment z.B. über das Thema "Google verwertet unsere Inhalte, macht damit Geld (und gibt uns nichts ab!)" (auch hier, hier und besonders schön hier, allgemeines Genöle auf heise.de) dargestellt wird. [...]

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