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Flagship Store, Klappe, die Dritte

13. August 2009 Kategorien: Hennings Handy-Welt

Am Dienstag hat Telefonica-o2 nach dem ersten Pionier-Store in München (am Marienplatz im Jahre 2004) und Ende 2008 in Berlin (Unter den Linden) seinen dritten sogenannten “Flagship-Store” in Köln (Hohe Straße 65) eröffnet. Ich war dort.

Die Hohe Straße in der Kölner Altstadt beginnt hinter dem Dom und gehört zur belebtesten Kölner Einkaufsmeile. Auf dem Weg zum neuen o2 Flagship Store hat der Chronist drei (3) E-Plus/BASE-Shops, zwei (2) Mobilcom-Debitel-Läden und ein Vodafone Geschäft gezählt, um die Ecke befindet sich ein Nokia Shop (mit T-Mobile und E-Plus Emblemen) wenige Straßen weiter findet man einen T-Punkt. Zei Media-Märkte liegen unmittelbar in der Nähe.

Bestehen die Innenstädte bald nur noch aus Handyläden und Schnellbäckereien?

“Flagship Stores rechnen sich”, betont Lutz Schüler, Geschäftsführer Marketing und Sales von Telefónica O2 Germany, derzeit hat o2 schon 850 Läden, bis Jahresende sollen es 1000 Shops werden, wo o2 exklusiv zu haben ist und 2011 werden insgesamt 1100 Läden angepeilt.

Do musste luure jonn! ( Da musst Du schauen gehen…)

o2 Flagship Store Köln

Zur Eröffnung wird Schüler nicht müde, die Vorteile des einfachen o2o-Tarifs zu schildern, “früher haben wir dem Kunden von hinten in die Tasche gegriffen” und “jetzt haben wir mit o2 die Einfachheit: Ein Tarif von dreien, die Freiheit – Keine Vertragslaufzeit und die Transparenz: Ein Preis”. Daß viele Kunden am “Häuschen” von o2-Genion hängen, ist dem o2-Management längst bewußt, aber der neue Tarif sollte möglichst einfach sein.

Dafür hat o2 seit der drastischen Tarifreduktion “das größte Problem: Die Leute suchen den Haken an dem neuen Tarif.” Deswegen gibts in einigen Läden einen Karabiner-Haken als Give-away, “das ist der einzige Haken.”

o2 sieht sich gut aufgestellt und will mindestens 25% Marktanteil oder mehr erreichen. 3,5 Milliarden wurden in das Netz investiert. Bis Ende 2009 sollen mit EDGE (schnelles GPRS) und HSDPA (schnelles UMTS) 99% der Bevölkerung erreicht und als derzeit einziger Netzanbieter experimentiert o2 nach eigenen Angaben mit schnellem HSPA+ (bis 28,8 MB/s). Um zu den Mitbewerbern aufzuschließen, hat o2 den Raum Köln sehr gut ausgebaut und gibt 93,22% der Kölner Fläche als “indoor versorgt” an, outdoor seien es 99,79% und damit bis Ende 2009 “gleich gut wie T-Mobile”. In Deutschland gäbe es “drei Mobilfunknetze und wir haben eines davon”, so Schüler.

81 verschiedene Handys kann der Besucher im elegant an der Ecke zweier Straßen plazierten o2-Store mit 220 Quadratmetern Verkaufsfläche und 23 Mitarbeitern in die Hand nehmen und ausprobieren. Im Haus gibt es sogar eine eigene Reparatur-Abteilung, die kleinere Handy-Probleme noch am gleichen Tag lösen soll.

Stolz zeigen die o2-Mitarbeiter das neue Samsung Galaxy mit dem Betriebssystem Android, dem Schüler eine große Zukunft vorhersagt, “nicht die klassischen Hersteller, nicht Windows Mobile” oder auf das neue Toshiba TG 01. Hochgespannt sind die Erwartungen bei o2 auf den neuen Palm Pre, von dem am Dienstag nur Bilder gezeigt werden können, bis er “im 4. Quartal” lieferbar sein wird.

Die Konzert-Arena o2 World in Berlin hat einen Nachteil, “sie steht in Berlin”, deswegen geht sie jetzt auf Tour. o2 Kunden können sich zu verschiedenen Konzerten etwa mit “Ich und Ich” vorab per SMS registrieren, “Noch-Nicht-o2-kunden” haben aber die Chance im o2-Shop vorbeizuschauen und ein kostenloses Ticket zu ergattern.

Sebastian Prange der “Vice President o2shops” hat letztes Jahr 146 neue Shops eröffnet, dieses Jahr waren bis zum Juni schon 76 neue “Outlets”. o2 Shops können inhabergeführt sein oder o2 selbst gehören. Die Shops generieren auch neue Jobs: Hatte o2 im Jahre 2007 bereits 168 Mitarbeiter in den Shops angestellt, stieg die Zahl zwei Jahre später auf 195 Personen, die in unternehmenseigenen Shops verkaufen und beraten. “Falls Sie jemand kennen, wir suchen noch gute Leute”, wirbt Prange in eigener Sache.

Da “wo sonst nix ist”, kümmern sich “Partnershops” um die Kunden, die neben o2 auch Produkte von “magenta, rot oder grün” haben können, das langfristige Ziel ist natürlich “blau”.

Prange hat festgestellt, daß die “Flagship-Stores magnetische Wirkung auf das Umland haben, beispielseiwe kommen die Flagship-Store-Besucher von sehr weit her, vermutlich weil sie dort eine kompetentere Beratung, z.B. bei komplizierten Fragen oder Problemen erwarten können. In jedem Flagship Store (so auch in Köln) gibts eine extra “Hotline”-Theke für Bestandskunden, die eine Frage zu ihrem laufenden Vertrag, der Rechnung oder anderen Problemen haben, die sonst telefonisch mit der Hotline zu klären wären. o2 hat ermittelt, daß viele Kunden sich im Internet informieren, zum Kauf oder Vertragsabschluß aber lieber in einen Shop gehen.

Ein Flagship-Store ist ein wichtiges Experimentierfeld für neue Ideen und Einrichtungen, die später auf “normale” Shops übertragen werden können.

Stolz sind die o2-Mitarbeiter auf ihren neuen “Medientisch”, der in Kooperation mit Microsoft und Telefonica entstanden ist. Laienhaft gesagt, handelt es sich um ein “Riesen iPod-Touch”, ein Tisch mit einer Glasfläche, unter der 5 Infrarot-Kameras die Bewegung der Finger erkennen und ein Projektor die Bilder nach oben transportiert. Auf dem Bildschirm können mit leichten Berührungen ein Grundmenü mit Spielen aufgerufen, ein Malprogramm für Kinder gestartet oder kleine Videos zu Produkten oder Tarifen abgespielt werden, dank Multitouch kann das Bild auch in die passende Zuschauerposition gedreht werden. Als Betriebssystem kommt “Microsoft Surface” zum Einsatz. Die Applikation “Bing Maps” (das Redmonder Pendant zu Google) zoomt zu allen o2-Shops dieser Welt, da das System direkt auf das Internet zugreift, könnten auch o2-Shops in London, Prag oder Dublin angezeigt werden, derzeit ist das Angebot auf Deutschland begrenzt.

Gerhard Stanzl vom o2 Innovationsmanagement rechnet den Kölner Besuchern vor, daß mit 668 Millionen Euro Ausgaben für Forschung und Entwicklung o2 den Rang 4 weltweit einnimmt. 1500 Menschen arbeiten weltweit in der Innovations und Entwicklungsabteilung (I&D), darüber hinaus investiert o2 in Startups mit erfolgversprechenden neuen Ideen und arbeitet mit Technologieführern wie Cisco, Huawei, Microsoft und anderen zusammen, um neue Technologien, Dienste, Lebensstile wie web 2.0, web TV / HDTV oder das wichtige Thema Reduktion der dramatisch hohen Stromkosten und den damit einhergehenden Schutz der Umelt . Unsere Kunden erwarten, dass Netz funktioniert, welcher Aufwand dahinter steckt, wissen die wenigsten.

Nach jahrelanger Vorbereitung läuft die Werbekampagne für “mPass – mobiles Bezahlen mit dem Handy”, endlich an. Eine Bestätigungs SMS hilft gegen Phishing. Langfristig soll mit NFC (Near Field Communication) bezahlt werden. So langsam macht sich die Erkenntnis breit: “Im mobilen Bezahlen steckt Potenzial: Die Nutzer geben damit 22% Geld mehr aus, als vorher.” In Lateinamerika, wo die Mutter Telefonica sehr stark ist, haben 80% der Menschen kein Bankkonto, dort sorgt das Handy für das “Banking the unbanked”. Irgendwie hoffen die Mobilfunker, daß diese Bewegung auch auf Europa übergreifen könnte.

Zurück zu den Shops: Bei allen Plänen für weitere Shops ist sich Lutz Schüler klar, daß irgendwan die Konsolidierung folgen wird. Bis dahin jedoch noch kräftiges Wachstum angesagt. Wann und wo der nächste Flagship-Store in Stuttgart, Frankfurt oder Hamburg öffnen wird, will o2 jedoch noch nicht verraten.

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5 Reaktionen zu “Flagship Store, Klappe, die Dritte”

  1. Roman Says:

    In Deutschland gibt es drei Mobilfunknetze, und wir haben eines davon. Hoffentlich bleibt er mit der Nase nicht hängen, wenn er in seinen Flagship Store geht. Gut, Werbeaussagen sind meistens übertrieben. Aber man solle aufpassen, bevor es überheblich wird.

  2. NiK Says:

    Naja so unrecht hat er nicht, wenn man mal vom reinen Telefonieren absieht…und das ist definitiv nicht die Zukunft.
    Ernsthafte multimediale Netze gibt es in Deutschland nur 3 und o2 ist auf einem guten Weg ein richtig wettbewerbsfähiges zu werden.

  3. Django Says:

    Nur 3 Netze? Etwas krass formuliert, aber irgendwo stimmt es doch.

  4. Prodr Says:

    Ich persönliche habe im Hunsrück und der Eifel noch nichts von 3,5 Milliarden die angeblich in das Netz investiert wurden gespürt. Selbst in so einer großen Stadt wie Trier ist die Indoorversorgung schlecht. Für mich gibt es nur 2 Mobilfunknetze Herr Schüler.

  5. o2 flagship-store auf der hohe straße « pikreation Says:

    [...] zum artikel [...]

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