Wir hatten von einem Vodafone Sender im Odenwald berichtet, der fast eine Woche ausgefallen war. Der Ausfall war eine Folge des Telekom-Streiks, doch Vodafone wußte sich zu helfen.
Bei der betroffenen Station bei Hirschhorn (Neckar) war die "leased line" (Mietleitung) der Telekom ausgefallen. Da die Reparatur zu lange gedauert hätte, zumal bei der Telekom ja derzeit wohl "gestreikt" wird, hat Vodafone kurzerhand eine Richtfunkstrecke installiert und siehe da - es funktioniert - auch ohne Telekom.
Was lernen wir daraus: Offenbar macht sich der Telekom Streik hier und da doch bemerkbar. Der von den Gewerkschaften gewünschte Effekt - die Telekom möge einlenken und alle Leute bei maximalen Gehältern weiter beschäftigen - tritt aber nicht so schnell (falls überhaupt ein) und die Kunden weichen auf alternative Techniken aus.
Ergo: Beide haben den Schaden: Telekom und die Gewerkschaften. Der Telekom laufen weiter die Kunden davon, gehen Einnahmen verloren und das (wenige) Geld, das noch in Löhne und Gehälter investiert werden kann, schmilzt weiter dahin.
Wohlverstanden: Eine Lohnkürzung ist keine schöne Sache, gewiss nicht. Aber ver.di sollte seine Energien lieber in Strategien stecken, wie es der Telekom inem brutalen Wettbewerbsumfeld in Zukunft "besser" gehen könnte. Durch gute Qualität und zufriedene Kunden zum Beispiel. Dann sprudeln auch die Einnahmen und die Leute können gutes Geld verdienen.
Noch sind die meisten Alternativ-Anbieter auf die Telekom angewiesen. Aber sie wissen sich immer mehr zu helfen und beschleunigen damit eine Entwicklung, die der Gewerkschaft sicher nicht gefallen wird.

Henning Gajek kennt die Mobilfunkbranche wie kein anderer, er ist seit Jahrzehnten der deutsche Handy-Experte schlechthin.
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