20.06.07
Permalink 13:51:05, Blog: Hennings Handy-Welt, Kategorien: Hennings Handy-Welt, 341 Wörter   German (DE)

ver.di und Telekom einigen sich - Konkurrenz fordert schon Nachlass

Eigentlich kein Grund zum Feiern, aber ein Grund zum Loben: ver.di und Telekom haben sich nach nächtelangen Verhandlungen geinigt.

[Mehr:]

Das Ergebnis: Die wöchentliche Arbeitszeit der 50.000 Service-Mitarbeiter steigt von 34 auf 38 Stunden. Löhne und Gehälter sinken um 6,5% dafür gibts einen Kündigungsschutz bis ins Jahr 2012.

Nun müssen die verbliebenen Telekom Mitarbeiter möglichst schnell den aufgelaufenen Störungsberg abbauen und durch superguten Service möglichst viele wechselwillige Kunden vom Wechsel abhalten oder noch besser zurückholen. Keine leichte Aufgabe.

Zeit zum Nachdenken bleibt kaum, denn schon meldet sich die private Konkurrenz zu Wort:

Der Bundesverband Breitbandkommunikation fodert eine Reduzierung der Einmalentgelte für die Anschaltung neuer Kunden. Derzeit zahlt ein BREKO-Unternehmen für die Übernahme eines Telekomkunden ohne technische Arbeiten 43,10 Euro (netto), bei Neuschaltung fallen 69,78 Euro (netto) an.

Diese Einmalentgelte werden berechnet, wenn ein Telekom-Kunde zu einem BREKO-Mitglied, also etwa Arcor, HanseNet, Versatel, NetCologne oder M-net wechselt. Das Entgelt berechnet sich zu einem wesentlichen Teil aus dem Personalaufwand, den die Telekom bei der Umschaltung hat, also Fahrten zum Verteiler, Arbeiten an Leitungen und Anschlüssen etc.. „Wenn die Telekom jetzt weniger Lohn für diese Arbeiten ausgeben muss, müssen natürlich auch die Kosten sinken, die für die Berechnung der Einmalentgelte zugrundegelegt werden“, argumentiert BREKO und fordert eine Reduzierung um mindestens 20 %.

Neben den Personalkosten seien auch geringere Gemeinkosten zu veranschlagen, wie sie die Bundesnetzagentur (BNetzA) jüngst berechnet hat.“ Die Beschleunigung der Kommunikation bei der Auftragsabwicklung zwischen Telekom und BREKO-Mitgliedern durch automatische Schnittstellen habe zu signifikanten Kosteneinsparungen geführt.

Für Telekom bleibt nur die Chance, so gute Qualität zu liefern, daß der Kunde lieber "alles aus einer Hand" haben möchte.

Andernfalls wäre das "englische Modell" denkbar, wo die ehemalig beherrschende British-Telecom alle Netzleitungen und Netzleistungen in eine staatlich kontrollierte Gesellschaft "Open Reach" ausgegliedert hat. Verkauf und Kundenbetreuung erfolgen durch ein rein privatwirtschaftliches Unternehmen. Das könnte in Deutschland am Ende doch noch kommen.

Viele meinen, daß das alle Probleme über Nacht lösen könnte. Ich bin da ziemlich skeptisch.

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Henning Gajek kennt die Mobilfunkbranche wie kein anderer, er ist seit Jahrzehnten der deutsche Handy-Experte schlechthin.

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