Es gibt ein neues Hobby in deutschen Büros und vor den heimischen Computern. Tarife crashen.
Bisher so haben wir gelernt, konnte kein Discounter Preise anbieten, die unter dem Interconnect in fremde Netze liegen und der liegt bei rund 10 Cent plus Steuern.
Das war bis zum Wochenende. Da tauchten sie auf. Die Crash-Tarife von Debitel 5 Cent zu allen Zeiten in alle Netze, bei moderaten 2,95 Euro Grundgebühr. Zu haben im D1, E-Plus oder o2-Netz. Vodafone ist da außen vor.
Nun wäre das zu schön um wahr zu sein. Wer so einen 5 Cent Tarif will, braucht einen PC. Einen schnellen mit einer ganz schnellen Internetverbindung. Einen ganz schnellen Browser mit dem neusten Flash. Dann braucht man Zeit - viel Zeit und dann gehts in Internet nach www.crash-tarife.de
Auf den ersten Blick scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Anfangs konnte man den Tarif noch mittels modifizierter URL "wünschen", einige schwören auf vorzeitigen "Reload", aber Debitel liest mit und rüstet in Sonderschichten Server nach und beseitigt die Bugs.
Es ist ein echtes Lotteriespiel geworden, da auf verschiedenen Rechnern über verschiedene Internetverbindungen verschiedene Zählerstände erscheinen und die seltenen 5 Cent Tarife (sollen 20% sein) sind schon weg, bevor man klicken kann. Ok 9 Cent wäre auch nicht schlecht, selbst für 13 Cent (SMS und Gespräche) wäre man vor Monaten noch Schlange gestanden.
Wenn Sie den 5 Cent Tarif erwischen sollten, heißt es aufpassen! Maximal 3000 Minuten dürfen Sie damit monatlich telefonieren und bitte ausgewogen, also nicht nur in fremde Mobilfunknetze, weil das richtig teuer für den Anbieter ist. Wer die 3000 Minuten überschreitet, wird mit 13 Cent / Minute ab der nächsten Rechnung "bestraft".
Der Crash 5 hat eine Laufzeit von nur 6 Monaten. Danach kann aber auch Debitel kündigen, falls z.B. die Netzbetreier "Panik" bekommen sollten.
Wer einen universell nutzbaren Tarif auch für Daten sucht, wird bei Crash nicht glücklich. Zwar sprach die Preisliste anfangs von buchbaren Datenoptionen, doch die sollen jetzt auf einmal nicht mehr möglich sein, weil die ewig umherkreisenden Kostenrechner "Angst" bekommen haben.
5 Cent in alle Netze sind gewagt, aber könnten sich noch rechnen, wenn man die Leute ihre Handys ohne Risiken und Nebenwirkungen nutzen läßt. Dazu gehört auch ein fairer Datentarif. Man kann ja den Kunden dazu verdonnern, alles "online" abzuwickeln. Damit schränkt man die Zielgruppe weitgenug ein. Firmen und Geschäftskunden, die Wert auf Papier-Rechnungen und guten Kundenservice legen, zahlen gerne etwas mehr.
Wenn Sie keinen Tarif erwischt haben, nicht traurig sein. Rechnen Sie mal ihren bestehenden Tarif und ihr Nutzungsverhalten genau durch. Da gibts auch zwischen Crash und sehr teuer (z.b. alte Prepaids für 86 Cent/Minute) noch vernünftige (jederzeit verfügbare) Alternativen

Henning Gajek kennt die Mobilfunkbranche wie kein anderer, er ist seit Jahrzehnten der deutsche Handy-Experte schlechthin.
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