Geldgrab Prepaid - Preise fallen - Rechnung bleibt?

16.07.07
Permalink 07:19:09, Blog: Hennings Handy-Welt, Kategorien: Hennings Handy-Welt, 386 Wörter   German (DE)

Als die ersten Prepaid-Angebote kamen - wer erinnert sich noch an Xtra-Club? - wurden sie belächelt. " Das sind doch Angebote für arme Menschen, die nicht rechnen können. Der echte Profi telefoniert mit einem Vertrag. "

Das war vor rund 10 Jahren.

[Mehr:]

Und heute? Discounter wie Simyo oder Blau zeigen, daß man auch auf Prepaid-Basis interessante Angebote für Geschäftskunden schneidern kann, bei Simyo gibts die Online-Rechnung als signiertes PDF. Mit einer Aufladeautomatik lädt sich das Konto von selbst auf, monatlich x Euro am 2. oder noch besser, automatisch nachladen, wenn das Guthaben unter einen Mindestpegel sinkt.

Ich hatte eine Blau mit 2 Euro Guthaben. Ich habe die Aufladeautomatik bei 10 Euro eingeschaltet, danach passierte erst mal nichts. Völlig korrekt. Mit der nächsten kostenpflichtigen Verbindung wurde eine Aufladung von 15 Euro ausgelöst, man möchte ja die Bonusminuten, bei 10 Euro Nachladung gäbs die nicht. Prima. Das neue Geld (hier 17 Euro) wird gleich mal vertelefoniert, mal den anrufen und den anrufen - kostet ja nicht viel und schwupp, schon wieder eine automatische Aufladung, weil man unter die 10 Euro gerutscht ist.

Eine Simyo Karte kann man per SMS aufladen, wenn man das vorher im Portal eingerichtet hat. Schon verrückt. Man zahlt erst eine SMS, damit vom Bankkonto oder der Kreditkarte das Handykonto nachgeladen wird. Als Notnagel nur bedingt geeignet, wenn das Konto auf 0 steht, geht auch diese SMS nicht mehr. Also rechtzeitig vorher dran denken, oder die Automatik bei 5 Euro einschalten.

Hier ne Karte, dort ne Karte, hier ne Nachladung dort ne Nachladung. Das summiert sich.

Da bringt der Briefträger die Rechnung eines uralten Laufzeitvertrages. Da sieht man gleich in Papierform, was Sache ist, die Summen sind logischerweise etwas höher.

Seit kurzem kann man für 5 Cent mobil in alle Netze telefonieren, wenn man 2,95 Euro im Monat ausgeben mag.

Morgen wird www.congstar.de an den Start gehen. In der Szene werden Tarife für 10 Cent in alle Netze ohne Grundgebühr oder sonstiger Verpflichtung spekuliert, eine Flatrate für 55 Euro im Monat in alle Netze, wenn man das will. Dabei kann jedes Netz einzeln dazu gebucht oder weggenommen werden, wenn die Vorabinformationen stimmen.

Mal sehen, was da passiert. Vermutlich wird man künftig total entspannt telefonieren können, die Minutenzahlen werden sicher steigen, die monatlichen Ausgaben jedoch kaum sinken. Wetten?

Kommentare, Pingbacks:

Kommentar von: Antoinette [Besucher]
Hallo,
die aktuelle Base-Flatrate ist gegenüber dem Einstiegsangebot günstiger geworden -sprich mit 15 € kann man ins deutsche Festnetz telefonieren - ich aber zahle weiterhin 20€. Kann ich mich dagegen wehren? Kann ich irgendwie vorzeitig aus dem Vertrag?

Vielen Dank für einen Rat

Grüße

Anne-Claudia
Permalink 16.07.07 @ 10:36
Kommentar von: Henning Gajek [Mitglied] · http://blog.xonio.com/gajeks_welt/
Hallo Anne-Claudia,

das ist einer der größten Ungerechtigkeiten des Marktes. "Neu"-Kunden bekommen alles. Bestandskunden sind ja schon da, die kann man ruhig vernachlässigen. Wieviele der "Neu"-Kunden in Wirklichkeit nur "Alt"-Kunden sind, die einen neuen (weiteren?) Vertrag abschließen, will keiner wissen. Leider.
Permalink 16.07.07 @ 14:20
Kommentar von: Roman [Besucher]
Eigentlich hätten Prepaidkarten immer günstiger sein müssen als Postpaidkarten. Der Grund ist simpel: das Risiko des Zahlungsausfalls entfällt. Damit hätte man den Faktor beim Preis eigentlich immer miteinkalkulieren müssen oder zumindest können.

Im Eintrag wird aber ein ganz anderer Punkt angesprochen: durch die Komfortfunktionen verliert Prepaid im Prinzip das Argument, welches es damals so populär machte, die "volle" Kostenkontrolle. Gut, durch Guthabenverfall und Ähnliches, gab es nie eine volle Kostenkontrolle, aber zumindest eine recht gute.

Ich war in letzter Zeit öfters in CH unterwegs und telefonierte dort so manche Minute mit meiner Schweizer Prepaid. Einen Termin verschieben, der Freundin die Ankunft ankündigen, bei den Eltern mal Hallo sagen. Die automatische Aufladung ab einem Kontostand von 5 CHF war (und ist) aktiviert, dann werden 20 CHF von meiner Kreditkarte erneut abgezogen und aufgeladen. Das ganze läuft nahezu in Realtime ab. Sobald der Kontostand bei 4,99 steht, auch im Gespräch, fängt das System an und startet den Aufladevorgang.

Aber damit ist die Kostenkontrolle tot. Ich selbst war überrascht, für wieviel Geld ich doch telefoniert hatte. Knapp 40 Franken sind über die Grenze geflossen. Mitbekommen tut man davon recht wenig. Zwar kommen SMS, aber die überfliegt man nur. Man sieht ja den Absender und sortiert es im Kopf als weniger wichtig ein. Es fehlt in dem Fall einfach die Rechnung, die jeden Monat vorgelegt wird und die einem dann wieder zur Vernunft beruft - auch wenn man eigentlich immer sehr vernüftig war.

Vielleicht erleben wir mittelfristig eine tatsächliche Verschmelzung von Prepaid und Postpaid. Die Abrechnung erfolgt grundsätzlich Prepaid, jedoch gibt es plötzlich eigentliche Postpaid-Features wie eine Warnung bei einer Überschreitung einer Ausgabengrenze auch bei Prepaidkarten.
Permalink 17.07.07 @ 22:14

Hinterlasse einen Kommentar:

Deine EMail-Adresse wird nicht angezeigt.
Deine URL wird angezeigt.
Erlaubte XHTML Tags: <p, ul, ol, li, dl, dt, dd, address, blockquote, ins, del, a, span, bdo, br, em, strong, dfn, code, samp, kdb, var, cite, abbr, acronym, q, sub, sup, tt, i, b, big, small>
URLs, EMail, AIM und ICQs werden automatisch konvertiert.
Optionen:
 
(Zeilenumbrüche werden zu <br />)
(Setze Cookies für Name, EMail & URL)
Bitte den obenstehenden Sicherheitscode eingeben

Hennings Handy-Welt

Mobilfunk Spezialist Handy
Henning Gajek kennt die Mobilfunkbranche wie kein anderer, er ist seit Jahrzehnten der deutsche Handy-Experte schlechthin.

Oktober 2008
Mo Di Mi Do Fr Sa So
<<  <   >  >>
    1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31    

Suche

b2evolution