18.07.07
Permalink 17:33:12, Blog: Hennings Handy-Welt, Kategorien: Hennings Handy-Welt, 508 Wörter   German (DE)

i-mode ist tot - nur sagt es keiner

Wer erinnert sich noch an den Hype um i-mode? In Cannes rissen die Fachbesucher der GSM-World vor Jahren den freundlichen Damen von NTT-DoCoMo die Infobroschüren aus den Händen.

Und heute? i-mode ist gefloppt, weil nahezu alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte.

[Mehr:]

i-mode war und ist nichts anderes als eine besonders bunte Form des WAP, dem "mobilen Internet" für das Handy. Damals konnten die Handys noch keine "echten" HTML Seiten darstellen, heute bewältigt ein gutes Handy mit seinem Browser sogar so komplexe Seiten wie www.xonio.com oder diesen Blog.

WAP, die Miniatur-Form des Internets, hätte funktionieren können, wenn man gleich von vornehein günstige Preise oder Pauschalen für seine Nutzung verlangt hätte. wenn man dafür gesorgt hätte, daß die Nutzer viel Informationen finden und auch eigene Inhalte ins Netz stellen können.

Wieviele gute HTML-Seiten sind von Nutzern in ihrer Freizeit programmiert worden und steigern so die Attraktivität des Webs?

i-mode war bunter als WAP und sollte ein kunterbuntes Informations- und Verkaufsportal werden. Wenn die Infos total veraltet oder nicht vorhanden sind oder nicht funktionieren und alle Klicks immer gleich extra Geld kosten sollen, dann darf man sich nicht wundern.

Ganz am Anfang hatten schlaue Leute bei E-Plus die gute Idee, ein paar Studenten anzuheuern, die in einem extra dafür gemieteten Laden in Berlin ein kultiges Event veranstalteten, wo man sehen und lernen konnte, wie i-mode Seiten zu programmieren sind. Das hätte man ausbauen und fördern müssen, doch es passierte nichts.

E-Plus, die für NTT-DoCoMo lange die Fahne von i-mode hochgehalten hatten, hatte nicht die Power, den Handy-Marktführer Nokia dazu zu bewegen, mal ein richtiges i-mode Handy zu bauen. Vermutlich wollten die Japaner das auch nicht so wirklich, weil sie hofften, ihren eigenen Herstellern NEC, Sanyo und so weiter etwas "Gutes" tun zu können. Damals wollten die Deutschen aber keine silbernen Klapphandys. Die Zeiten ändern sich.

Nun ist zu hören, daß o2 (in England) und Telstra (Australien) aus dem Thema i-mode aussteigt.

Wie die britische Tageszeitung 'The Times' (am Mittwoch) unter Berufung auf o2 Unternehmenskreise berichtet, sei o2 zuletzt auf knapp 546.000 i-Mode-Abonnenten gekommen, rund 3% aller Kunden von o2-UK.

Neue Handys mit i-Mode-Option würden von o2 ab sofort nicht mehr angeboten, Bestandskunden sollen den Dienst noch zwei Jahre weiternutzen können. Offiziell sind in England die Handy-Hersteller schuld. "Eine zu geringe Breite in der Palette i-Mode-fähiger Handys hat das Wachstum bisher gebremst und wir sehen keine Anzeichen, dass sich dies ändert."

Mit i-mode wollte NTT DoCoMo (Japan) die Nutzung von Datendiensten ankurbeln. In Deutschland ist i-mode bei o2 nie gestartet, nur E-Plus betreibt eher halbherzig als aktiv seinen Zugang. Weltweit sollen 6 Millionen Mobilfunknutzer in 18 Ländern außerhalb Japans den Service nutzen. in Japan alleine 45 Millionen.

Die australische Telstra stellt i-mode am 10. Dezember ab. Dort war man 2004 gestartet. Jetzt setzt Telstra alles auf ein eigenes Mobile Content-Portal. Das werden sie auch bald einstellen, weil die Kunden selbst entscheiden wollen, was sie aufrufen und was nicht.

Kommentare, Pingbacks:

Kommentar von: Teddie Neubert [Besucher]
i-mode verschwindet und lässt den Quasi-Standard xhtml zurück.
Ich fand i-mode gut und von mir gab es damals das Bahn-Verspätungs-Abruf-Portal, dieses wurde nicht so recht angenommen, weil Handy-Nutzer offensichtlich recht wenig mit dem ÖP(N)V fahren.
Permalink 19.07.07 @ 14:23
Kommentar von: Werner [Besucher]
Ich hatte auch als einer der ersten I-Mode von E-Plus.
Leider war das Angebot sehr dürftig,und die Datenübertragung viel zu teuer. Schon nach kurzer Zeit war auch das Klapphandy von NEC defekt.
Hätten sie damals eine Flatrate wie O2 für 5 Euro angeboten und dann noch vernünftige Handy angeboten hatte es ein Erfolg werden können.
Permalink 19.07.07 @ 19:41
Kommentar von: Oliver Mahlau [Besucher]
Ich fand i-mode einfach nur geil und hatte es täglich mit einem NEC-Handy genutzt. Es war allemal besser als WAP. Die Handys waren zu Beginn aber viel zu teuer und der Dienst leider auch. Später kamen nur noch Handys raus, die den Dienst mangels gutem Display nicht richtig darstellen konnten, z.B. Siemens S55.

Da wir ja alle zuhause einen guten Breitbandanschluß haben, werden sich solche Dienste wie auch Vodafone Life wohl nie durchsetzen. Was hatte Vodafone am Anfang noch für eine Werbung gemacht für seinen Dienst. Davon sieht man heute gar nichts mehr.
Permalink 19.07.07 @ 21:08
Kommentar von: N95_Besitzer [Besucher]
Schön und gut der Breitbandanschluß zu Hause,
aber ich möchte gerne von überall aus meine E-Mails abrufen, Nachrichten lesen, Websiten besuchen über Voip telefonieren und mit dem ICQ-Messenger chatten.
Durch die neuen T-Mobile Relax XL Tarife ist dies zu günstigen Kondizion möglich."Bis 30.09 kann man in allen XL Tarifen kostenlos surfen". Breitbandanschluß funktioniert auch von Unterwegs siehe UMTS hohe Bandbreite.
Wusstet ihr, dass E-Plus gar kein richtiges UMTS anbietet.

Ok, I-Mode weg, Wap halb weg, volles Internet da.

Gruß alex

Permalink 20.07.07 @ 12:52
Kommentar von: neo [Besucher]
Wieso bietet eplus kein "richtiges" internet an?

Übrigens ist die nutzung bis zum 30.09.07 nur kostenlos wenn kein hsdpa genutzt wird. Da werden die Daten ganz normal abgerechnet.

dieser Beitrag wurde mit einem E90 über nicht richtiges internet über eplus geschrieben ;-)
Permalink 25.07.07 @ 16:38
Kommentar von: neo [Besucher]
sorry meinte natürlich wurde dieser beitrag über nicht echtes umts in 2 sekunden erstellt
Permalink 25.07.07 @ 16:40
Kommentar von: N95_Besitzer [Besucher]
@ NEO ich meinte dass eplus kein hsdpa anbietet sondern max. 384 kBit/s . Oho ich hoffe dass ich die ganze Zeit nicht mit HSDPA gesurft habe sonst wird es teuer.
Permalink 30.07.07 @ 02:51

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