Heute haben E-Plus und o2 ihre aktuellen Zahlen vorgelegt. Das Wunder des "unendlichen Wachstums" geht weiter. Oder etwa doch nicht?
Nehmen wir o2. Die Anzahl der Vertragskunden ist auf 5,766 Millionen Kunden gestiegen, einschließlich dem grundgebührfreien Genion Card oder die Angebote von Tchibo oder AOL/ALice.
Beim echten Prepaid sind es estwas mehr: 5,792 Millionen. Wieviele Karten davon "verschenkt" wurden, verrät o2 uns nicht, aber der Umsatz pro Kunde ist bei Prepaid drastisch gesunken, um ein Viertel des Wertes vom Vorjahr. Wieviele Karten wurden "abgegriffen" und "leertelefoniert" und landeten im Papierkorb? Bleiben immer noch 6,20 Euro pro Monat und
Karte Umsatz (=ARPU), der bei älteren Karten auch durch gruslige Minutenpreise von 79 Cent/Minute oder mehr zustande kommen kann.
Verglichen mit Simyo, Blau und Co ist o2-Loop einfach zu teuer, günstige Datentarife gibts bei Loop bislang nicht.
Rechnet man den Service-Umsatz von o2 zusammen, also Telefonate, Internet und Dienstleitungen aller Art ging der Umsatz im Mobilfunk gegenüber dem Vorjahr um 3% zurück.
Wird mobiles Telefonieren mit o2 langsam "langweilig", ist es den Leuten immer noch zu teuer, oder haben sie in anderen Netzen ihr "Glück" gefunden?
Stolz ist o2 auf sein DSL-Angebot, das gemeinsam mit der "Schwester" Telefonica Deutschland auf die Schiene gehoben wurde. Blättert man durch die einschlägigen Foren sind die o2 DSL-Kunden nicht immer so glücklich, um es bedenkenlos weiter zu empfehlen.
Schauen wir uns E-Plus an.
Die von den Kunden kaum noch durchschaubare Markenvielfalt hat 5,9 Millionen Kunden gebracht, insgesamt können bis zu 13,6 Millionen Karten im E-Plus-Netz funken (plus 14%) (dabei sind Karten, die in den letzten Monaten nicht aktiv waren, schon herausgerechnet.)
Die Umsätze aus Mobilfunkdienstleistungen stiegen im Vorjahresvergleich im 2. Quartal 2007 erneut klar gegen den Markttrend um fast 3 Prozent. Klar, wenns günstig ist, wird das Handy auch genutzt. Offenbar hat es E-Plus besser als o2 geschafft, seinen Kunden zuvermitteln, daß die Angebote günstig sind. Und das, obwohl E-Plus bis heute keine "Homezone" anbieten kann und will.
Die bei E-Plus gestiegenen Umsätze wurden erneut bei gesunkenen Gesamtkosten erzielt.
Was lernen wir daraus: Auch o2 wird auf die Kostenbremse treten und ähnlich wie E-Plus alles raus streichen, was sich nicht ofort "rechnet", sprich Netzbetrieb und Hotlines. Beim Ausbau von UMTS oder gar HSDPA bleibt E-Plus zurückhaltend, bei den "Kundengewinnungskosten" hat E-Plus den Wert nach eigenen Angaben auf 76 Euro gedrückt. Trotzdem feiern Handys für 1 Euro weiter fröhliche Urständ.

Henning Gajek kennt die Mobilfunkbranche wie kein anderer, er ist seit Jahrzehnten der deutsche Handy-Experte schlechthin.
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