27.09.07
Permalink 14:27:28, Blog: Hennings Handy-Welt, Kategorien: Hennings Handy-Welt, 616 Wörter   German (DE)

Das iPhone und der T-Mobile-Tarif

Am 9. November wird es hierzulande das iPhone in den Telekom-Shops geben. Telekom-Shops? Heißen die nicht T-Punkte?

[Mehr:]

Nein, diese T-Punkte werden dann bald Geschichte sein, denn 700 T-Punkte werden derzeit in Telekom-Shops umgerüstet. Man mag das für rausgeworfenes Geld halten. Wenn die neuen Shops gemütlicher und vor allen der Kundenservice besser und auf keinen Fall schlechter wird, warum denn nicht? A1 in Österreich macht es uns vor.

Den Run auf das iPhone nutzen bereits professionelle Adress-Sammler aus, die mit der Versprechung, exklusiv ausgewählt zu sein, ein iPhone gewinnen zu können, im Internet auf Adressdatensammlung gehen. Gewinnen werden Sie bestimmt: Viel Werbung, per E-mail, SMS, Anruf oder Papierpost.

Braucht man das iPhone?

Das ist nicht nur eine rationale Entscheidung, sondern auch eine emotionale. Wenn man das silberglänzende Gehäuse in den Händen hält, kommt man schon ins Grübeln.

Was wird das iPhone kosten?

Zum einmaligen Kaufpreis von 399 Euro muß man einen speziellen iPhone-Vertrag für 24 Monate abschließen, soviel steht fest, auch daß es mehrere Tarife zur Auswahl geben wird. Selbst eine bereits vorhandene T-Mobile-SIM-Karte wird in dem iPhone ohne gesonderte
Freischaltung (und Abschluß des speziellen iPhone-Tarifs) nicht funktionieren. Schließlich soll das iPhone der dahinsiechenden Mobilfunkbranche neuen Schwung verleihen.

In den möglichen Tarifen dürften feste Datenpakete möglicherweise sogar eine "Fair-Use" Datenflatrate enthalten sein, die in einem Bereich gedeckelt ist, wo man als "normaler" Kunde kaum hinkommen sollte. Damit kann man dann Mails lesen, im Web herumstöbern und vor allen Dingen eines: Musik kaufen und herunterladen. Die Musik kostet extra, 99 Cent pro Titel oder 9,99 Euro pro Album.

Beachten Sie, daß das iPhone nur EDGE (= E-GPRS) mit ca. 100-200 kB/s beherrscht, wenn Sie auf UMTS-Geschwindigkeiten mit 3,6 und später vielleicht bis zu 14,4 MB/s im Download spekulieren, müssen Sie noch eine ganze Weile warten.

Und was kostet der Tarif?

Genaue Preise verrät uns noch keiner. Neben der bereits erwähnten Datenflatrate könnte ein Sprachminutenpaket enthalten sein, um den monatlichen Aufwand in einem überschaubaren Rahmen zu belassen, vielleicht auch ein SMS-Paket?

Da Sie sicher viel Musik herunterladen und anhören wollen, werden Sie kaum dazu kommen, zu telefonieren, also sollten Sie ihr Verhalten analysieren. Werden Sie neben dem iPhone noch andere Telefone und Verträge oder Prepaid-Karten nutzen? Denken Sie unbedingt daran, das iPhone mag nur die dazugehörende Original-T-Mobile-SIM-Karte!

In Großbritannien (wo o2 statt T-Mobile die Exklusiv-Rechte gewonnen hat) müssen o2-Kunden zwischen 50 und 80 Euro jeden Monat für ihr neues iPhone-Spielzeug investieren, Verträge laufen dort nur 18 Monate.

Hierzulande wurde in einer gefakten Internet-Anzeige schon spekuliert, ob 200 Minuten Sprache, 100 freie SMS (in alle Netze?) und die Daten-Fair-Flat für 49,95 Euro zu haben sein könnten. 400 Minuten und 200 SMS könnten demnach 69,95 Euro kosten. Setzen wir die Minute und die SMS zum gleichen Preis an und ignorieren den Datenpreis, wären das 16,95 Cent pro Minute/SMS. Da Daten aber nicht umsonst sind, könnte das Minuten/SMS-Kontingent zum gleichen Preis auch etwas geringer ausfallen. Eins muß klar sein: Zum Geschenkpreis wird es den iTunes-Tarif gewiss nicht geben.

Wenn Sie jetzt schon ganz "wild" auf das iPhone sind, können Sie schon einmal die Software für den PC herunterladen und installieren und ein iTunes-Konto einrichten. Falls Sie auch AOL-Kunde sind, können Sie ihr AOL-Konto mit iTunes verkuppeln, die Zahlung erfolgt jedoch nicht über AOL. Falls Sie keine Kreditkarte haben, können Sie bei ihrer Hausbank eine beantragen (Vorsicht vor "kostenlosen" oder "Prepaid"-Kreditkarten im Internet, die sind teilweise horrend teuer). Falls Sie keine Kreditkarte mögen, können Sie iTunes auch mit Click and Buy (vormals Firstgate) bezahlen, das bucht von Ihrem Bankkonto einmal im Monat per Lastschrift ab.

Kommentare, Pingbacks:

Kommentar von: Hans Wurscht [Besucher]
Naja Henning,

wenn Du schon den Max-Wert von HSDPA 3.6MBit/s mit EDGE vergleichst, dann nimm auch da den Max-Wert von 248kBit/s. Und über ungelegte Eier mit 14.4MBit/s brauchen wir an dieser Stelle nicht reden. Zeig mir überhaupt mal im T-Mobile Netz eine Station die 3.6MBit/s oder 7.2MBit/s für den User schafft, dafür hat T-Mobile die NodeBs ja viel zu schlecht angebunden. Als Normaluser mit Notebook kriegt man so 1Mbit/s hin und beim Surfen über HSDPA oder EDGE mit einem Nokia N95 im T-Mobile Netz bemerke ich fast gar keinen Unterschied. Dürfte einfach an der Trägheit der aktuellen Handys liegen.

Generell sollte man vor lauter UMTS hin oder her das Potential des iPhone nicht übersehen. Es ist Apples ERSTES Telefon, schauen wir mal was die Version 2. oder 3. so kann. BlackBerrys kommen übrigens bis heute ganz gut fast auschschließlich ohne UMTS aus. Und Apple hat sicher 10x schneller ein Infineon Baseband mit HSDPA verbaut als die Mitbewerber endlich mal eine vernünftige Bedienoberfläche hinbekommen. Die Oberfläche von dem Teil ist schon der Hammer, man hat x-mal die Videos gesehen aber in Echt haut es einen wieder um. Das ist jetzt der neue Maßstab. Mit seinen inkrementellen S60-Erweiterungen wird Nokia zumindest Niemandens Aufmerksamkeit mehr erregen. Die Nokias haben immer noch die Hälfte ihrer Unzulänglichkeiten die die ersten S60-Telefone vor 7 Jahren schon hatten...
Permalink 27.09.07 @ 15:32
Kommentar von: Henning Gajek [Mitglied] · http://blog.xonio.com/gajeks_welt/
Hallo,

in Berlin gibt es (mindestens) eine Station die 7,2 MB im Downstream bei HSDPA kann. Daß die dahinter liegenden Internet-Anbindungen "langsam" sind, kann ich bestätigen. Da muß noch viel gemacht werden. Derzeitiges HSDPA (1,8 MB) kann in der Realität 1 MB im Downstream, entspricht als in etwa 1000er DSL, nur die Pingzeiten sind noch etwas länger.

Das iPhone setzt Maßstäbe, keine Frage. Warten wir auf den 9. November... :-)
Permalink 27.09.07 @ 15:42
Kommentar von: Jeff Kelly [Besucher]
Der iPhone Test zeigt vor allem eines deutlich und zwar, das in deutschen Testberichten vor allem eines zählt: Wieviele Features hat ein Gerät.

Ob diese Features brauchbar sind, überhaupt genutzt werden, ob sie die Zielgruppe treffen, ja ob sie überhaupt funktionieren, das alles spielt dabei keine Rolle.

Hauptsache man kann die vorgefertigte Testmatrix abarbeiten und möglichst viele Häkchen machen.

Das dabei regelmässig bugverseuchte Telefongurken, wie das N95 auf den ersten Plätzen landen wundert einen dann auch nicht mehr.

Von einem Mobilfunkveteran wie ihnen Herr Gajek hätte ich da auch ehrlich gesagt mehr erwartet als nur die vermeintlich fehlenden Features herunterzubeten.

Ich hatte in den letzten Jahren alle möglich der tollen Feature-Monster selbst im Einsatz vom N95 bis zum MDA Pro. Mein Fazit deckt sich komischerweise nicht mit dem der sog. deutschen "Fach"presse.

Was nützen einem die tollsten Features, wenn die Hälfte nur unzureichend oder gar nicht funktioniert? Was nützt einem die Möglichkeit MMS zu verschicken, wenn es im Zeitalter der E-Mail sowieso keiner mehr tut? Was nützt einem HSDPA mit 3,6 MBit wenn der arme Microcontroller im Handy die Datenrate gar nicht handhaben kann (bei 3,6 MBit/s hat man ein Byte alle 2 Microsekunden nur mal so als Anhaltspunkt) und man sowieso Stunden braucht um eine einfache Internetadresse einzugeben?

Mal einfach das N95 rausgegriffen

- Verarbeitungsqualität ist extrem mies. Das Gehäuse ist aus
minderwertigem Plastik wo bereits nach einigen Wochen Gebrauch die
Farbe abgeht, es knarzt an allen Ecken und Enden und die Spaltmaße
betragen teilweise 2 Milimeter.

- Der Slidermechanismus ist eine Fehlkonstruktion, der Slider wackelt
im offenen und geschlossenen Zustand, geht gerne mal einfach so in
der Tasche auf und schleift an anderen Gehäusebauteilen, was zu
häßliche Kratzern und Plastikrümeln im Gehäuse führt, die Spaltmaße
sind auch da 2 - 3 Milimeter.

- Das GPS ist absolut taub, es dauert teilweise 15 Minuten und mehr
bis ein Satelliten-Fix da ist, es funktioniert auch nur unter freiem
Himmel bei klarer Sicht und sobald man im Innenstadtbereich unterwegs
ist verliert man den "Fix" bei der kleinsten Abschattung sofort
wieder

- Das Telefon rauscht wie ein altes Röhrenradio, sowohl beim
Telefonieren als auch beim Musikhören, das Rauschen ist deutlich
hörbar.

- Der Akku hält im reinen Telefonbetrieb (ohne Nutzung der
Sonderfunktionen) gerade mal so einen Tag lang durch. Nutzt man
MP3-Player, W-Lan etc. ist der Akku nach 4 Stunden leer.

- Die Kamera macht Bilder nur mit lila Farbrauschen und braucht
Sekunden um ein Bild zu speichern.

- Nokia hat auch nach 3 großen (> 100 MB) Softwareupdates viele der
Bugs der Software nicht im Griff, alte Bugs werden gefixt und neue
eingeführt, das Telefon funktioniert in der Regel kaum einen Tag ohne
Absturz und Neustart.

- Surfen ist ein Alptraum, bei jeder halbwegs anspruchsvollen Seite
stürzt der Browser mit "Out of Memory" ab.

Das hat komischerweise keine der deutschen "Fach"zeitschriften davon abgehalten das Ding in den Himmel zu loben.

Die Bedienung des iPhones (ich hatte bereits eines zum Test) ist eine absolute Offenbarung und macht einige der tollen "Features" anderer Geräte zum ersten mal überhaupt in einer vernünftigen Form benutzbar. Das Features fehlen, die ich bei keinem meiner bisherigen Handies je genutzt oder vermisst habe (MMS ist tot, war tot und wird tot bleiben) stört mich dabei kaum, die Tatsache das ich einige Sachen zum ersten Mal komfortabel nutzen kann wiegt das meiner Meinung nach bei weitem auf.

Komischerweise wird überall immer nur gewürdigt was ein Gerät kann aber nie wie gut das tatsächlich umgesetzt wurde.

p.s. Übrigens sollte ein Testredakteur wissen das in den USA Preise immer ohne Mehrwertsteuer ausgewiesen werden, da sich diese von Bundesstaat zu Bundesstaat unterscheidet. Ein US iPhone kostet deshalb mitnichten 280 Euro, wie im Test behauptet.
Permalink 08.10.07 @ 15:02
Kommentar von: Icke [Besucher] · http://www.handytarife.com
Nun sind bereits ein paar Monate ins Land gegangen und der iPhone-Hype hat sich etwas gelegt. Schaut man sich die diversen Test-und Erfahrungsberichte an, dann muss man feststellen, dass auch dieses Gerät seine Schwächen hat und nicht unbedingt für jeden das Wahre ist. Wie bereits das eine oder andere Mal in verschiedenen Foren so treffend geschrieben wurde: "Von allem ein Bißchen, aber manchmal fehlende Features". Auch kann die Kamera nicht wirklich als Zeitnah angesehen werden.

Die Tarife bzw. Tarifvarianten, welche seitens T-Mobile angeboten werden sind nun auch nicht gerade der Knaller. Aber wer die Macht hat kann eben diktieren.
Permalink 24.04.08 @ 16:10

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