"Das iPhone ist ein tolles Gerät. Wir nennen das Jesus Phone, weil es zu Weihnachten kommt." Deutliche Worte, sinngemäß zitiert, von einem wichtigen iPhone Fan, der jetzt vor Gericht gegangen ist.
Vodafone Chef Friedrich Joussen outete sich bei der Vorstellung "seines" exklusiven Samsung Qbowl Mobiltelefons als iPhone Fan. Er sei schon immer ein Apple Fan gewesen und freimütig bekannte er, daß er das iPhone gerne verkauft hätte, nur die Bedingungen, die Apple ihm stellen wollte, hatten ihm nicht zugesagt "diese Kröte wollen wir nicht schlucken"
Nachdem es das UMTS-fähige Samsung Qbowl mit Berührungs-Bildschirm nur in Vodafone Shops gibt (und selbst da nicht überall zum Mitnehmen vorrätig ist) und im direkten Vergleich zwischen Qbowl und iPhone wohl der kalifornische Silbering mehr Emotionen als der nüchterne Koreaner freisetzt, hat Vodafone eine einstweilige Verfügung gegen T-Mobile "wegen iPhone" beantragt.
Dabei will Vodafone nicht den Verkauf des iPhones stoppen, sondern nur, dass das silberne Multimedia-Telefon für Alle - ohne Vertragsbindung erhältlich ist.
"Wenn ich den Vertrieb unterbinden will, dann hätte ich das schon tun können", wird Joussen zitiert. Ihm gefällt es nicht, daß das Kult-Handy nur in Verbindung mit einem Zweijahresvertrag von T-Mobile verkauft wird. Die einstweilige Verfügung soll prüfen, ob solche Koppelgeschäfte überhaupt erlaubt sind.
Offenbar sind Vodafone einige umsatzträchtige Stammkunden abgesprungen, die vor lauter Lust auf das Wunsch-Telefon sogar ihre Vodafone-Rufnummer zum Erzrivalen portiert und den alten Vodafone-Vertrag gekündigt haben?
Die Antwort aus Bonn ließ nicht lange auf sich warten.
T-Mobile meldete sich heute zu Wort und stellte klar, daß das iPhone weiterhin exklusiv bei T-Mobile angeboten wird, der Verkauf des Apple iPhone gehe "uneingeschränkt" weiter. T-Mobile werde Widerspruch einlegen, um rechtliche Grundlagen klären zu lassen und behalte sich Schadenersatzforderungen "in maximaler Höhe" gegenüber Vodafone vor.
Ob sich Vodafone bewußt ist, mit seiner Klage den "Hype" um das Kult-Telefon nur zusätzlich anzuheizen?
Selbst wenn ein Gericht T-Mobile in wenigen Tagen dazu verdonnern sollte, die Telefone auch ohne Vertrag zu verkaufen, ist noch gar nicht garantiert, ob die Telefone mit einer "fremden" SIM-Karte überhaupt laufen werden, da die "Freischaltungprozedur" über die PC-Software iTunes direkten Kontakt mit dem T-Mobile-Server aufnimmt.
Ganz abgesehen von der entscheidenden Frage, ob Apple danach noch Spaß an der Sache hat oder ob und wie schnell sie ihre iTunes Software um eine Freischaltfunktion für Vodafone Karten ergänzen könnten. Im übrigen sitzt die Firma Apple gar nicht auf der Anklagebank.
Ohne EDGE-Datenübertragung ist das iPhone ziemlich langweilig. Vodafone hat da sein Netz regional schon ziemlich nachgerüstet, aber EGDE geht noch nicht überall - auch bei D1 gibts noch einzelne Lücken (ich sitze in einer EDGE Lücke, dafür geht seit kurzem UMTS)
Und was machen dann die Kunden von E-Plus und o2-Germany mit dem iPhone ?
In deren Netzen gibt es gar keine EDGE-Datenübertragung und sie ist auch nicht geplant. Sollen diese jetzt ihren Netzbetreiber wegen zögerlichem EDGE-Netzausbau verklagen?
Nein, sie werden - wenn sie das wollen - mit den Füßen abstimmen und in den T-Shop gehen - oder auch nicht.
Im übrigen: Der Reiz des iPhones ist doch gerade, daß es nicht Jeder hat und man es nicht Überall bekommt.
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Henning Gajek kennt die Mobilfunkbranche wie kein anderer, er ist seit Jahrzehnten der deutsche Handy-Experte schlechthin.
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