T-Mobile hat heute (am Dienstag) eine Vollbremsung vollführt. Das Unternehmen steigt nach 16 Jahren aus dem Skandal umwitterten Doping-Radsport aus.

Wie die Deutsche Telekom auf der Homepage www.t-mobile-team.de mitteilt, wird sie das Radsport-Sponsoring des T-Mobile Männer- und Frauen Teams mit sofortiger Wirkung beenden. Die Bonner waren seit 1991 im Profi-Radsport engagiert, der in den letzten Jahren kaum noch aus den Schlagzeilen herauskam.
"Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, um uns und die Marke T-Mobile von den jüngsten Doping-Erkenntnissen im Sport und speziell im Radsport zu distanzieren. Angesichts unserer langjährigen Unterstützung für den Profiradsport und der Fortschritte, die das Management um Bob Stapleton zuletzt machte, ist uns dies nicht leicht gefallen“, erklärt Telekom-Vorstand und T-Mobile International Vorstandsvorsitzender Hamid Akhavan dazu, denn „wir haben auch eine Verpflichtung gegenüber unserem Kerngeschäft und damit unseren Mitarbeitern, Kunden und Aktionären".
Ganz aus der Verantwortung stiehlt sich die Telekom nicht. "Wir werden unseren Verpflichtungen im Anti-Doping-Kampf, dem wir eine nennenswerte Summe zur Verfügung stellen, unverändert nachkommen", so Akhavan.
Team-Chef Bob Stapleton will mit seiner Mannschaft als unabhängige Einheit weiter arbeiten, "nicht nur die sportlichen Ziele zu erreichen, sondern auch weiter die Führungsrolle im Anti-Doping-Kampf einzunehmen". Der Vertrag wäre noch bis zum 31.12.2010 gelaufen, er wurde im beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst.
Vielleicht sollte die Deutsche Telekom künftig mehr in den Breitensport und die Fitness für Jedermann investieren. Gewiss, das ist vielleicht auf Anhieb nicht ganz so imageträchtig, wie endlose Radfahrerkarawanen, die zur besten Sendezeit völlig ausgelaugt einsame Berge hinaufkeuchen, aber es käme am Ende uns allen zu Gute.
Es gibt sowieso viel zu wenige Unternehmen, die ihre soziale Verantwortung für Jedermann deutlich sichtbar ernstnehmen. Manchmal hat man den Eindruck, daß bei bestimmten Unternehmen die Rendite alles wäre. Bei den gedopten Sportlern ging diese Kalkulation am Ende dann doch nicht auf und das ist gut so. Der Ausstieg war völlig richtig.

Henning Gajek kennt die Mobilfunkbranche wie kein anderer, er ist seit Jahrzehnten der deutsche Handy-Experte schlechthin.
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