Strom aus dem Handyladen?

01.12.07
Permalink 07:39:21, Blog: Hennings Handy-Welt, Kategorien: Hennings Handy-Welt, 560 Wörter   German (DE)

Was sehen Sie, wenn Sie die Hauptstraßen der Städte hinunter schlendern? Handyläden, Handyläden und ... richtig Handyläden. Was verkaufen die ?

Handys. Handy-Verträge, Prepaid-Karten und Aufladegutscheine.

Jetzt kommt noch Strom dazu.

[Mehr:]

Den Anfang macht der ehemalige Service-Provider "The Phone House", der Ihnen vielleicht noch unter dem Namen "Hutchison" geläufig ist. Gegründet wurde das Unternehmen von René Obermann, der heute als Chef der Deutschen Telekom gerade dabei ist, das Unternehmen auf die Zukunft auszurichten, was dem Börsenkurs offenbar gut tut.

Heutiger Chef von The Phone House ist Dr. Ralf-Peter Simon, der kürzlich sein Unternehmen vom reinen Service-Provider zum breiter aufgestellten Telekommunikationsanbieter "gedreht" hat.

Als erster Telekommunikationsanbieter in Deutschland, erweitert The Phone House sein Angebot an Produkten aus den Bereichen Mobilfunk, Festnetz, Multimedia und Entertainment um das Thema Strom. Im Angebot sind Tarife von "eprimo" - eine Discountmarke des Stromriesen RWE.

„The Phone House hat sich im Telekommunikationsmarkt als unabhängiger Anbieter mit einer guten und fairen Beratung einen Namen gemacht. Diese Kompetenz werden wir nutzen, um uns das neue Geschäftsfeld ‚Strom’ zusammen mit unserem Partner eprimo zu erschließen“, sagt Dr. Simon dazu.

Um den Wechsel des Stromanbieters für Kunden so einfach wie möglich zu gestalten,
übernimmt der neue Anbieter eprimo für die Kunden die Kündigung des Altvertrages und die Umstellung auf den neuen Tarif.

Ob Telekommunikation oder Strom - der Preis wird für immer mehr Kunden zum wesentlichen Entscheidungskriterium. „Viele Verbraucher wünschen sich beim Strom keine zusätzlichen Dienstleistungen, sondern vielmehr günstige Preise“, betont ePrimo-Geschäftsführer Wallraven.

Die einen mögen das cool finden, in Zukunft werden Sie im Handyladen verdammt gut aufpassen müssen, was Sie sagen und vor allen Dingen, was sie unterschreiben.

Doch was ist günstig? Die Zeiten wo das örtliche Energiewerk für bezahlbare Stadt-Omnibus-Fahrscheine oder regelmäßige Konzertveranstaltungen oder günstigere Eintritte ins örtliche Schwimmbad sorgen durfte, sind vorbei. Lieber sperrt man das örtliche Schwimmbad "aus Kostengründen" zu. Wer in einer anonymen Großstadt wohnt, dem mag egal sein, wer den Strom liefert. Auf dem Land, wo man die Leute der Stadtwerke noch persönlich kennt, sieht das anders aus. Da nimmt man nichtfahrende Busse oder weggesparte Schwimmbäder den Gemeindevätern persönlich übel.

Ich sehe diesen Ausflug der Telekommunikationsbranche in die Stromwelt (und später sicher auch in die Gaswelt) mit gemischten Gefühlen. Vor allen Dingen müssen Sie als Kunde künftig dreimal hinschauen, bevor sie einen neuen Handyvertrag mit Mindestlaufzeiten und möglicher Stromoption abschließen.

Der Handyladen um die Ecke wird lange brauchen, bis er beim Thema Strom durchblickt und ist in erster Linie an der Provision interessiert, wovon er lebt.

Als Kunde sind sie dann auf anonyme Call-Center angewiesen. Was machen Sie wenn Ihr neuer Stromanbieter den Betrieb einstellt? Im schlimmsten Falle zahlen sie dann doppelt ("Notstromversorgung"). Sperrt der ihr neuer Handy-Stromversorgunger auch die Leitung, wenn Sie Ihre Handyrechnung nicht bezahlt haben, weil man Ihnen Optionen draufgebucht hat, die sie gar nicht wollten?

Fragen Sie lieber erst einmal beim örtlichen Energieversorger nach, die haben - wenn man freundlich nachfragt - oft ganz vernünftige Angebote.

Wenn Sie wirklich sparen wollen, dann sparen Sie Energie.

Wie sehen Sie das? Strom (und Gas) aus dem Handyladen?

Jawoll, das will ich.
Nein, auf keinen Fall
Total egal?

Schreiben Sie einen Kommentar dazu.

Kommentare, Pingbacks:

Kommentar von: Carsten Kovalski [Besucher] · http://www.smsprotest.de
Wenn aber der lokale Stromanbieter (Stadtwerke) ca. 300 EUR teurer ist, als noch nicht mal der günstigste Stromtarif anderer Firmen, dann überlegt man es sich aber doch schon zu wechseln.
Permalink 01.12.07 @ 12:06
Kommentar von: Christopher [Besucher] · http://www.chris87.de
--> Als erster Telekommunikationsanbieter in Deutschland
Permalink 02.12.07 @ 12:12
Kommentar von: Christopher [Besucher] · http://www.chris87.de
Das sollte da noch zu:
Naja TelDaFax hat auch schon die TelDaFax Energy Sparte...
Permalink 02.12.07 @ 12:12
Kommentar von: Henning Gajek [Mitglied] · http://blog.xonio.com/gajeks_welt/
Hallo Christopher,

"erster Telekommunikationsanbieter" sagte The Phone House in seiner Mitteilung. Ich weiß abe rnicht, ob es Sinn macht, neben Handys oder Preselection oder Internet oder Call by Call noch Strom anzubieten. Was meinst Du?
Permalink 02.12.07 @ 23:07
Kommentar von: Christian [Besucher]
die Frage ist ob der Markt es will.
Der Kaffeeröster Tchibo hatte seinerzeit
auch den richtigen Riecher und macht heute
mit anderen Artikeln, auch Mobilfunk
weit mehr Umsatz als mit Kaffee.
Ich denke gerade die Telekomunikationsanbieter
haben es nötig sich in einem Markt wo die
Margen wegbrechen nach anderen Einkunftsquellen umzusehen.
Ob es für den Kunden sinnvoll ist kann jeder
selbst entscheiden. Der Wettbewerb wirds richten
und wenn dadurch die Strompreise weiter ins
rutschen kommen, mir wärs recht.
Permalink 03.12.07 @ 12:27
Kommentar von: RobbieG [Besucher]
Also ich weiß nicht. Ich kaufe bei Tchibo auch keine Versicherungen.
Die Mobiltelefonanbieter sollen sich um das kümmern, was sie wirklich können.
Permalink 03.12.07 @ 14:22
Kommentar von: Christopher [Besucher] · http://www.chris87.de
Hallo Henning,
das der Satz aus der Pressemitteilung stammt ist meiner Meinung nach oben nicht direkt erkennbar. Daher meine Anmerkung.
Und nein, auch ich finde das alles andere als sinnig. Aber scheinbar muss man heutzutage immer wieder etwas neues, oft unsinniges, ausprobieren, um im Gespräch zu bleiben..
Permalink 03.12.07 @ 22:34
Kommentar von: SpaceVampir [Besucher]
Hallo RobbieG, Henning und alle Anderen,

ich sehe das schon etwas anders. Warum sollen sich "Mobiltelefonanbieter" um das kümmern was sie können? Im Moment sind irgendwie gerade alle dabei diesen Anbietern die Existenz weg zu nehmen. Meiner Meinung nach sollten Telekommunikationsanbieter sich auch um das kümmern was sie können, aber sie müssen auch überleben können.
Warum bleibt Aldi nicht Supermarkt? Oder REWE, Schlecker, Penny, LIDL und wie sie alle heißen? Warum ist Tschibo nicht bei Kaffee geblieben? Warum ist Easyjet ins Handygeschäft eingestiegen? Und warum bleibt BILD nicht einfach eine Zeitung?
Alle nehmen Sie den Telekommunikationsanbietern das Geschäft weg! Warum sollten jetzt nicht die Telekommunikationsanbieter anfangen Lebensmittel, Zeitungen, billig Flüge oder auch Strom zu verkaufen?

Ich selbst bin in dieser Branche und wenn die Margen so bleiben, dann bin ich wegen Supermärkten, Zeitungsverlagen, Kafferöstern usw. bald Arbeitslos. Da muss man sich einfach umsehen ob man nicht irgendwelche Alternativen findet!

Gruß SpaceVampir
Permalink 08.12.07 @ 18:24
Kommentar von: helga @ LG [Besucher] · http://www.lgblog.de
Eigentlich ist das Konzept doch relativ einfach, mehr Angebot, bessere Preise, oder? Also demnach gut, dass das Phone House nun auch Strom anbietet. Bleibt herauszufinden, wo die ihren Strom her bekommen - Bestimmt keine alternativen Quellen, oder? Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie in das Gasgeschäft einsteigen. Wobei so ein Querbrancheneinstieg ja nicht unbedingt was Schlechtes sein muss - Nokia ist ja auch nicht schon seit immer Handyhersteller.
Permalink 10.12.07 @ 11:28

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