Was sehen Sie, wenn Sie die Hauptstraßen der Städte hinunter schlendern? Handyläden, Handyläden und ... richtig Handyläden. Was verkaufen die ?
Handys. Handy-Verträge, Prepaid-Karten und Aufladegutscheine.
Jetzt kommt noch Strom dazu.
Den Anfang macht der ehemalige Service-Provider "The Phone House", der Ihnen vielleicht noch unter dem Namen "Hutchison" geläufig ist. Gegründet wurde das Unternehmen von René Obermann, der heute als Chef der Deutschen Telekom gerade dabei ist, das Unternehmen auf die Zukunft auszurichten, was dem Börsenkurs offenbar gut tut.
Heutiger Chef von The Phone House ist Dr. Ralf-Peter Simon, der kürzlich sein Unternehmen vom reinen Service-Provider zum breiter aufgestellten Telekommunikationsanbieter "gedreht" hat.
Als erster Telekommunikationsanbieter in Deutschland, erweitert The Phone House sein Angebot an Produkten aus den Bereichen Mobilfunk, Festnetz, Multimedia und Entertainment um das Thema Strom. Im Angebot sind Tarife von "eprimo" - eine Discountmarke des Stromriesen RWE.
„The Phone House hat sich im Telekommunikationsmarkt als unabhängiger Anbieter mit einer guten und fairen Beratung einen Namen gemacht. Diese Kompetenz werden wir nutzen, um uns das neue Geschäftsfeld ‚Strom’ zusammen mit unserem Partner eprimo zu erschließen“, sagt Dr. Simon dazu.
Um den Wechsel des Stromanbieters für Kunden so einfach wie möglich zu gestalten,
übernimmt der neue Anbieter eprimo für die Kunden die Kündigung des Altvertrages und die Umstellung auf den neuen Tarif.
Ob Telekommunikation oder Strom - der Preis wird für immer mehr Kunden zum wesentlichen Entscheidungskriterium. „Viele Verbraucher wünschen sich beim Strom keine zusätzlichen Dienstleistungen, sondern vielmehr günstige Preise“, betont ePrimo-Geschäftsführer Wallraven.
Die einen mögen das cool finden, in Zukunft werden Sie im Handyladen verdammt gut aufpassen müssen, was Sie sagen und vor allen Dingen, was sie unterschreiben.
Doch was ist günstig? Die Zeiten wo das örtliche Energiewerk für bezahlbare Stadt-Omnibus-Fahrscheine oder regelmäßige Konzertveranstaltungen oder günstigere Eintritte ins örtliche Schwimmbad sorgen durfte, sind vorbei. Lieber sperrt man das örtliche Schwimmbad "aus Kostengründen" zu. Wer in einer anonymen Großstadt wohnt, dem mag egal sein, wer den Strom liefert. Auf dem Land, wo man die Leute der Stadtwerke noch persönlich kennt, sieht das anders aus. Da nimmt man nichtfahrende Busse oder weggesparte Schwimmbäder den Gemeindevätern persönlich übel.
Ich sehe diesen Ausflug der Telekommunikationsbranche in die Stromwelt (und später sicher auch in die Gaswelt) mit gemischten Gefühlen. Vor allen Dingen müssen Sie als Kunde künftig dreimal hinschauen, bevor sie einen neuen Handyvertrag mit Mindestlaufzeiten und möglicher Stromoption abschließen.
Der Handyladen um die Ecke wird lange brauchen, bis er beim Thema Strom durchblickt und ist in erster Linie an der Provision interessiert, wovon er lebt.
Als Kunde sind sie dann auf anonyme Call-Center angewiesen. Was machen Sie wenn Ihr neuer Stromanbieter den Betrieb einstellt? Im schlimmsten Falle zahlen sie dann doppelt ("Notstromversorgung"). Sperrt der ihr neuer Handy-Stromversorgunger auch die Leitung, wenn Sie Ihre Handyrechnung nicht bezahlt haben, weil man Ihnen Optionen draufgebucht hat, die sie gar nicht wollten?
Fragen Sie lieber erst einmal beim örtlichen Energieversorger nach, die haben - wenn man freundlich nachfragt - oft ganz vernünftige Angebote.
Wenn Sie wirklich sparen wollen, dann sparen Sie Energie.
Wie sehen Sie das? Strom (und Gas) aus dem Handyladen?
Jawoll, das will ich.
Nein, auf keinen Fall
Total egal?
Schreiben Sie einen Kommentar dazu.

Henning Gajek kennt die Mobilfunkbranche wie kein anderer, er ist seit Jahrzehnten der deutsche Handy-Experte schlechthin.
| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
|---|---|---|---|---|---|---|
| << < | > >> | |||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | ||
| 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | ||