Silvester ist schon ein paar Tage her. Dachte ich... bis eben.
Am Donnerstag den 3.1. um 23.15 erreichte mich eine SMS zu Neujahr, die mir einen guten Rutsch wünscht. Absender war ein Kunde im E-Plus-Netz, der das an meine T-Mobile-Rufnummer geschickt hat. Auf meine sofortige Antwort per SMS wann er das denn geschickt habe, schrieb er zurück "Rechtzeitig zu Silvester".
Nun das kann man gerne behaupten, aber ein kurzer Blick in einschlägige Foren, bestätigte, das was kein Einzelfall.
Ok, Silvester ist im Mobilfunk so ziemlich der GAU, der größte anzunehmende Event, mit maximaler Netzlast. Alte Bundespostler erinnern sich noch mit Gruseln, daß im einstmal staatlichen Festnetz zu Silvester alles zusammenbrach, heute ist das schon lange kein Thema mehr.
Aber im Mobilfunk ereignen sich noch genügend Staus, trotz massiver Nachrüstungen der letzten Zeit.
Je nach Mobil-Netz, Region und Ortschaft, ging so ab ca. 0.30 Uhr oft nichts mehr, oder mit mehrfachen Versuchen, mit Auswirkungen bis in die frühen Morgenstunden.
Das Frustrierende daran ist, daß sich dabei alle vier deutschen Netze nicht mit Ruhm bekleckert haben. Je nach Region sind auch die "großen" und "teuren" Anbieter ziemlich eingeknickt. Allerdings zeichnet sich aus den zufällig abgefragten Statements doch aus, daß das E-Plus Netz speziell in Ballungsgebieten mit den SMS in der Silvesternacht seine Probleme hatte, aber auch bei o2 kam manche SMS erst Tage später an. Nutzer von UMTS-Endgeräten hatten es besser, sie kamen meist dann noch durch, wenn ihre GSM-Kollegen schon aufgeben mußten. Für irgendwas muß UMTS doch gut sein? :-)
Vielleicht sind viele SMS in den Netzen von D1 und D2 schlicht "verloren" gegangen, weil das Netz sie schon nach 48 Stunden "wegwirft". D1 macht sich das Leben schwer, weil es die Kunden über jeden Anrufversuch per SMS informiert, wofür der Anrufer ungewollt zur Kasse gebeten wird, neuerdings auch bei einem schlichten Besetzt. Das mag zwar Einnahmen bringen, steigert aber den Frustfaktor, manch kostenbewußter Kunde ruft da einfach nicht mehr an.
All das ist der Fluch der immer weiter sinkende Preise, die Qualität der Netze leidet, die Betreiber versuchen an allen Ecken und Enden zu sparen oder ihre Einnahmen zu steigern.
Solange die Netze nur an Silvester wackeln, mag man das noch verschmerzen, anderseits wird mit den SMS-Nachrichten und Neujahrsanrufen nicht gerade wenig Geld verdient. Und wenn die Handynetze auch für "Notfälle" gebraucht werden, dann sind solche Ausfälle auf die Dauer untragbar.
Von daher sollten sich das die Anbieter doch zu Herzen nehmen, denn die Kunden können heute viel schneller und wirksamer wechseln, weil sie oft schon Karten aller Anbieter haben.
Übrigens: Neujahrsgrüße per Funkruf-Pager kamen im deutschen Cityruf-Netz von e*message übrigens pünktlich und problemlos an. Cityruf gibts nachwievor, allerdings nur gegen monatliche Grundgebühr. Der grundgebührfreie Dienst Scall wird leider Neukunden nicht mehr angeboten, der Dienst Skyper lohnt sich erst mit einem Abonnement für die Info-Programme.

Henning Gajek kennt die Mobilfunkbranche wie kein anderer, er ist seit Jahrzehnten der deutsche Handy-Experte schlechthin.
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