Es gibt böse Menschen im TK-Business, die es nur auf das Geld ihrer Mitmenschen abgesehen haben. Selbst alte Hasen können nur noch den Kopf schütteln, welche absurden Formen das längst angenommen hat. Neuester Fall: Selbst wer für seinen Anschluß eine 0900 Nummernsperre geschaltet hat, konnte in die Falle tappen.
Anrufe in Abwesenheit (Ping-Anrufe) mit "harmlosen" Frankfurter, Kölner oder anderen Rufnummern. Wer zurückruft landet auf einem Werbetonband für 0900 Nummern. Bis dahin, nervig aber ungefährlich?
Die Bundesnetzagentur hat die Abschaltung einer (0)900er Rufnummer wegen Rufnummern-Spams angeordnet und dem Unternehmen untersagt, illegale Telefonwerbung durchzuführen, ein Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbot ausgesprochen sowie das angewandte Geschäftsmodell schlicht verboten. Für den Fall der Zuwiderhandlung wurden Zwangsgelder angedroht.
Viele betroffene Verbraucher halten das für zu "lasch". Sie fordern ganze Rufnummernblöcke prophylaktisch sperren zu lassen, wenn ein "Anbieter" schon einmal unangenehm aufgefallen ist. Denn diese nervigen Anrufwellen rollen trotz der Aktivitäten der Bundesnetzagentur munter weiter, gerade heute morgen klingelte wieder eine "verdächtige" Nummer auf meinem Handy. Ich habe nicht zurückgerufen.
Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, kämpft gegen Unternehmen, die Rufnummern bewusst missbrauchen, um wirtschaftliche Gewinne auf Kosten der Verbraucher zu erzielen. "Wir schützen die Verbraucher und gehen unnachgiebig gegen einen derartig organisierten Rufnummermissbrauch vor. Das Telekommunikationsgesetz hat uns Instrumente an die Hand gegeben, mit denen wir den Missbrauch von Telefonnummern bekämpfen können. Diese Instrumente schöpfen wir voll aus. Es darf nicht zu Schlupflöchern für Unternehmen kommen, die durch technische Manipulationen eindeutige Regeln umgehen wollen. Missbrauch von Rufnummern und Tricks dürfen nicht Basis für Geschäftsmodelle sein. Dies kann auch nur im Interesse rechtschaffender Anbieter im Mehrwertdienstemarkt sein."
Völlig richtig.
Damit die Xonio-Blog-Leser wissen, wie sowas funktioniert: Das von der Bundesnetzagentur gerügte Telekommunikationsunternehmen hatte per Telefoncomputer bei Verbrauchern angerufen und ihnen über eine automatische Ansage mitgeteilt, sie hätten einen Preis gewonnen. Um nähere Informationen über den Gewinn zu erhalten, wurden die Angerufenen aufgefordert, eine bestimmte Taste an ihrem Telefonapparat zu drücken. Das reichte, um sie mit der Rufnummer (0)900 3 101 655 zu verbinden, was mit erhöhten Gebühren verbunden war, ein R-Gespräch quasi. (Der angerufene zahlt)
Dabei wurden selbst Personen, die sich eine Sperre für (0)900er Rufnummern eingerichtet hatten, saftig zur Kasse gegebeten. Die Leute haben sich bei der Bundesnetzagentur beschwert, die Bundesnetzagentur hat diese Praxis dem Unternehmen nunmehr vollständig verboten.
"Bei solchen Gewinnspielen gewinnen nur die Unternehmen, die derartige telefonische Gewinnspiele veranstalten und über teure Rufnummern abrechnen. Unsere Maßnahme soll daher auch als deutliches Signal an Verbraucher und Unternehmen verstanden werden, dass die Bundesnetzagentur gegen die rechtswidrige Nutzung von Nummern und Umgehung von Sperrmöglichkeiten hart einschreitet", erklärt Präsident Kurth dazu weiter.
Betroffene Verbraucher können sich unter der Rufnummer der Bundesnetzagentur 0291 9955-206, am besten per E-Mail an rufnummernmissbrauch (at) bnetza (punkt) de sowie postalisch unter den nachfolgenden Post-Adressen an die Bundesnetzagentur wenden:
Bundesnetzagentur
Nördeltstr. 5
59872 Meschede
oder
Bundesnetzagentur
Schütt 13
67433 Neustadt
Immer eine kurze Schilderung des Falles und die eigenen Daten (Adresse, e-mail, erreichbare Telefonnummer) für Rückfragen angegeben.
Es mag zwar eine Weile dauern, bis man Antwort bekommt, aber steter Tropfen hölt den Stein und die Mühlen der Bundesnetzagentur mahlen gründlich, aber langsam.
Es kann auch sein, daß die eigene Telefongesellschaft sich erst einmal weigert, die abgerechneten 0900 Kosten herauszurücken "weil wir das ja auch bezahlen müssen", hier hilft notfalls sanfter Druck mit einer Kopie des Schreibens der Bundesnetzagentur weiter.

Henning Gajek kennt die Mobilfunkbranche wie kein anderer, er ist seit Jahrzehnten der deutsche Handy-Experte schlechthin.
| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
|---|---|---|---|---|---|---|
| << < | > >> | |||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 |
| 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 |
| 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 |
| 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 |
| 29 | 30 | |||||