Mobiles Fernsehen auf dem Handy ist ein Thema auf der CeBIT. Völlig überraschend und unabhängig voneinander zeigen T-Mobile und Vodafone erste Prototypen mit... DVB-T!
Mobiles Fernsehen auf dem Handy, dafür ist der Standard DVB-H vorgesehen, H steht für Handheld. Spezielle Codecs auf kleine Handys zugeschnitten, deswegen war DVB-H geplant.
Ursprünglich hatten sich die Netzbetreiber T-Mobile, Vodafone und o2 in einem eigens gegründeten Konsortium für eine Lizenz beworben, diese aber nicht bekommen. Im Nachhinein ist man bei den Mobilfunkern gar nicht unglücklich darüber, höchstens verstimmt, daß "einer von uns", der Chef des Gewinnerkonsortiums "Mobile 3.0" wurde, der ehemalige o2-Chef Rudi Gröger.
Die Prototypen, die T-Mobile und Vodafone auf der CeBIT zeigen bieten Fernsehen auf dem Handy in DVB-T-Technik. Die war eigentlich für stationäre Heimempfänger oder portable Wochenend-Empfänger gedacht, passt inzwischen aber auch in ein Handy.
Vorteil der DVB-T-Technik: Es gibt bereits ein weit ausgebautes Sendernetz, auf dem überwiegend öffentlich rechtliche Programme senden. Das kostet den Zuschauer außer der ohnehin schon bezahlten "GEZ-Flatrate" nichts.
Nun hat Mobile 3.0 ein Riesen Problem. Ihr notwendiges DVB-H-Netz muß erst noch aufgebaut werden, die Kunden, die für die Programme extra Geld bezahlen wollen, müssen erst noch gefunden werden, wenn es sie denn in ausreichender Anzahl gibt. DMB ist nur eine Zwischenlösung, die aus dem teuer geförderten DAB entwickelt wurde, dem trauern nur die Landesanstalten für Medien nach, die Zuschauer bleiben unter sich.
Der französischen TDF (Telediffusion France), welche die Sendernetze von T-Systems Media Broadcast übernommen hat, kann es am Ende des Tages egal sein, ob sie in DVB-T oder DVB-H sendet, solange die Programmveranstalter brav ihr Sendegebühren begleichen. Für die privaten Rundfunkanbieter könnte jetzt eine brenzlige Situation entstehen, wenn alle Welt DVB-T schaut, wo sie aus Kostengründen nicht mit dabei sein können oder wollen, eine staatliche Förderung des DVB-T Ausbaus wurde von der Kabel-TV-Liga erfolgreich verhindert.
Ich denke, die Tage des mobilen Bezahlfernsehens sind gezählt und DVB-H könnte auch schneller Geschichte werden, als es den Befürwortern lieb ist.
Update: In Kürze wird es das DVB-T Handy von LG bei The Phonehouse für 1 Euro (mit Vertrag) zu kaufen geben. noch Fragen?

Henning Gajek kennt die Mobilfunkbranche wie kein anderer, er ist seit Jahrzehnten der deutsche Handy-Experte schlechthin.
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