Abseits der Hauptstraßen gibts nicht immer gute Netzversorgung. Wer durch die Welt reist, kennt das Problem. Da wäre ein Satelliten-Telefon interessant. Doch die sind groß und schwer. Gibt es Alternativen?
Thuraya ist extrem handlich und funkt über Satellit.

Das Thuraya System (www.thuraya.com) wird von einem Konsortium betrieben, an dem nicht nur verschiedene arabische Telekommunikationsnetzbetreiber sondern auch die Deutsche Telepost Consulting (die Urzelle des D1-Netzes) beteiligt ist.
Der Weltenbummler Klaus Därr rief dieser Tage von seinem Thuraya-Telefon an, er befindet sich gerade in Kambodscha und will dann über Laos weiter nach China fahren. Durch den zum Jahresanfang gestarteten dritten Satelliten, gehört Kambodscha jetzt (knapp) zur Ausleuchtungszone, die in etwa von der dänisch - deutschen Grenze bis in die arabisch-asiatische Welt reicht.
Sein Thuraya-Telefon ist unglaublich klein und handlich, fast so groß wie ein GSM-Telefon der ersten oder zweiten Generation und es kommuniziert mit einem der drei geostationören Satelliten in 36.000 km Höhe.
Der Pluspunkt des Thuraya-Systems ist, daß es nach dem GSM-Standard funktioniert. Auch Iridium verwendet den GSM-Standard, hat aber vor Jahren fast alle Roaming-Abkommen suspendiert, einzig in Australien gibts noch ein Abkommen, das den Kartenwechsel zwischen dem terristischen Telstra und dem himmlischen Iridium-Netz erlaubt.
Man kann eine nationale GSM-Karte in sein Thuraya-Telefon einlegen und unter seiner bekannten Rufnummer raustelefonieren oder erreichbar sein. In Deutschland gibt es kurioserweise nur Roaming-Abkommen mit E-Plus und o2 - jedoch nicht mit Vodafone oder T-Mobile), das ist dann allerdings relativ teuer.
Eine andere Alternative ist es, sich eine Thuraya-SIM-Karte zu besorgen (Prepaid ist möglich), dann ist man für teures Geld unter +88216 zu erreichen.
Der Anruf von Klaus Därr kam gut verständlich rein, die Sprache klingt wie in einer Bar nach dem dritten Whiskey, wer schon via Inmarsat oder Iridium telefoniert kennt diesen Sound, der durch die extreme Sprachkompression entsteht. Därr hat auf http://www.thuraya.de seine eigenen Thuraya-Seiten eingerichtet, die ausführlich in deutscher Sprache das System erläutern.
Wohl verstanden: Thuraya funktioniert nicht flächendeckend und nur bei direkter Sicht zum Satelliten, während das ältere und exklusivere Iridium-System wirklich weltweit flächendeckend funktioniert (von politisch gewollten "Funklöchern" einmal abgesehen)
Wenn es die Blog-Leser interessiert, werde ich über eigene Erfahrungen mit Thuraya, Iridium und Inmarsat berichten.

Henning Gajek kennt die Mobilfunkbranche wie kein anderer, er ist seit Jahrzehnten der deutsche Handy-Experte schlechthin.
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