Was sich dieser Tage im Mobilfunk abspielt, hätten noch vor Jahren selbst berufsmäßige Pessimisten kaum für möglich gehalten. Jetzt kann man seine Nummer sogar zum Discounter mitnehmen.
Vier Mobilfunknetze gibts in Deutschland (das 5. ist rein virtuell beim 3. zu Gast)
In allen vier Netzen gibt es Discounter, die den Kunden schon für 9 Cent (bei Vodafone mit Bildmobil für 10 Cent) in alle Netze mobil telefonieren lassen. Daneben gibt es Vertragskunden, die heute noch 50 Cent oder mehr pro Minute für ihre Telefonate bezahlen. Welche Folgen diese Differenz hat, wollen die Netzbetreiber nicht so recht einsehen.
Zu den Discountern in zwei von vier Netzen kann man jetzt seine alte bewährte Rufnummer mitnehmen.
Das geht so:
- Alten Vertrag kündigen (Fristen beachten!) und Rufnummernmitnahme ankündigen.
- Mit der Bestätigung des alten Anbieters zum neuen Discounter gehen.
- Dazu die neue Karte im Internet bestellen und dort auf Rufnummernportierung klicken
- Dem neuen Anbieter auf Anfrage die Kündigungs-Bestätigung des alten Anbieters zukommen lassen.
Sobald der alte Vertrag abgeschaltet ist, wird die neue Karte mit der "alten" Rufnummer aktiviert. Für das Herausgeben der alten Nummer muß man an die alte Gesellschaft bis zu 30 Euro (einmalig) bezahlen. Das Mitbringen der Nummer ist derzeit meist kostenlos, könnte aber z.B. bei Blau oder Simyo künftig berechnet werden.
Derzeit geht die Rufnummernmitnahme
- im T-Mobile-Netz
zu den Postpaid-Discountern wie Klarmobil, Callmobile, Simply oder Congstar.
bei Prepaid nur zu Original-Xtra von T-Mobile, jedoch nicht zu Congstar.
Wenn die Portierung zu Original-Xtra geklappt hat, kann man auf den günstigen Xtra-Click-Tarif umstellen. (5 Cent zu D1 für Sprache und SMS, sonst 19 Cent (später 25 Cent geplant))
- im Vodafone-Netz
zu Original-CallYa Prepaid von Vodafone
ganz neu zum Prepaid-Discounter Bildmobil (10 Cent in alle Netze, Prepaid)
bei den Postpaid-Discountern wie McSim
- im E-Plus-Netz
zu den Discountern wie blau.de oder simyo.de (jedoch nicht zu Aldi-Talk von Medion)
zu den Postpaid-Angeboten von E-Plus, Base oder anderen Marken und Angeboten.
- im o2-Netz
nur zu Laufzeitverträgen, jedoch noch nicht zu den Discountern wie fonic oder Tchibo.
Kunden der Original-Prepaid-Angebote "Free & Easy" (E-Plus) oder "Loop" (von o2-Germany) bzw. Tchibo (Netz von o2) schauen ein wenig in die Röhre. Zwar bietet o2 einige interessante Flratrate-Aktionen (3 Monate kostenlos), die reizen aber nur, permanent neue Karten und Rufnummern zu "verbraten", nachhaltig ist das nicht, Tchibo verfährt ähnlich. Wer SMS für 5 Cent schicken will, braucht eine "neue" Karte. Was macht man mit der Alten?
Kunden von T-Mobile Xtra und Vodafone CallYa können über die Hotline auf die günstigen Tarife Xtra-Click und Vodafone-CallYa-Compact wechseln (bei Vodafone muß man freundlich nachfragen, weil der Wechsel offiziell nicht mehr angeboten wird)
Die Zahl der Leute, die ihre Rufnummer mitnehmen soll nicht besonders hoch sein. Meistens sind das aber Menschen, die an ihrer Rufnummer hängen und mehr "Traffic" (bzw. Umsatz) erarten lassen, als sonst. Und das werden immer mehr.
Ein klassischer Laufzeit-Vertrag lohnt sich heute fast kaum noch, wenn man nicht eine Flatrate bucht oder auf die schnelle glaubt, das Handy für einen Euro sei günstiger als ein Blick in den Handyladen oder beim Lebensmittel-Supermarkt, selbst da gibts von Zeit zu Zeit gute Markenware zu günstigen Preisen - ohne Vertragsbindung.

Henning Gajek kennt die Mobilfunkbranche wie kein anderer, er ist seit Jahrzehnten der deutsche Handy-Experte schlechthin.
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