Trotz medienwirksamer Boykottaufrufe von Politikern und Aktivisten konnte Nokia seinen Marktanteil in Deutschland von knapp 40 Prozent sichern. Das hat die Zeitschrift "Wirtschaftswoche" von der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erfahren.
Fast schon vergessen: Im Januar kündigte Nokia an, sein Handy-Werk in Bochum (Nordrhein-Westfalen) zu schließen. Verständlicher Frust und Zorn machte sich in Deutschland breit.
So soll der Marktanteil von Nokia im Februar, dem ersten vollständigen Verkaufsmonat nach dieser unerfreulichen Ankündigung, knapp 40 Prozent betragen, damit würden die Verkaufszahlen von Nokia-Handys nur minimal unter den Spitzenwerten des letzten Jahres liegen.
Wie die Wirtschaftswoche weiter herausgefunden hat, sei der aktuelle Nokia-Verkaufsschlager das Modell N95, das Nokia laut diesem Bericht als "Alternative" zum iPhone von Apple anbietet.
Nun: Das N95 und erst Recht das neue N95 8GB sind schon klasse, aber das iPhone ist eine andere Welt, was die Touch-Bedienung anbetrifft. Dafür können die N95 und N95 8GB mit UMTS umgehen, was das iPhone nicht kann. Die berührungsempfindliche Alternative von Nokia befindet sich noch hinter den Panzertüren der Nokia Entwiclungsabteilung, soll aber noch dieses Jahr vorgestellt werden.
Noch nicht bekannt ist, wie die Gespräche zwischen Nokia, dem Betriebsrat und der Politik ausgegangen sind und wieviele Mitarbeiter bereits neue Jobs (in welchen Branchen, zu welchen Konditionen) bekommen haben. Drücken wir den betroffenen Mitarbeitern und ihren Familien die Daumen.

Henning Gajek kennt die Mobilfunkbranche wie kein anderer, er ist seit Jahrzehnten der deutsche Handy-Experte schlechthin.
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