Mit Freude meldet die holländische KPN und ihre deutsche Tochter "E-Plus-Grupppe", daß sich das deutsche Kartellamt für das Oligopol (ein Mehrfach-Teilnehmer-Monopol) von T-Mobile und Vodafone in Deutschland zu interessieren beginnt, weswegen sich E-Plus schon lange beschwert hatte...
Themen gibts da wahrlich genug und jeder Kunde wird sich innerlich oder äußerlich freuen, denn am Ende des Verfahrens könnten neue Preissenkungen bevorstehen, z.B. für Anrufe vom Festnetz zu Mobilfunk, die ja immer noch "relativ" teuer sind. Das ärgert auch die kleinen privaten Festnetzanbieter, weil die natürlich befürchten, daß ihre Kunden gleich direkt vom Handy aus telefonieren, weil "netzintern" am Handy längst billiger als vom Fest zu Funk angeboten wird.
Dazu müßten die Interconnect-Preise gesenkt werden, Frau Reding sollen so rund um 2 Cent vorschweben, momentan ist es eher das fünffache.
Aber, so schön diese Kostensenkung der Interconnect-Preise von Fest zu Funk auch wäre, aber es könnte fatale Folgen im Alltag haben.
Die ungewollten Werbe(Spam)-Anrufe auf Handys werden explosionsartig zunehmen. Schon heute analysieren Marktforscher, welche Handynummern zu welchem Netz gehören, um gezielt anrufen zu können.
Wahrscheinlich ist das Kartellamt dafür nicht zuständig, aber ich hätte da einen Wunschkatalog, der sicher vielen Kunden aus der Seele spräche, den Anbietern wohl eher weniger.
Das Kartellamt sollte auch einmal bei den überhöhten Tarifen vom Handy ins Ausland und zu deutschen Sonderrufnummern (z.B. 0180x, etc.) tief in die Bücher schauen. Zwar gibt es schon Spezial-Angebote, wo Anrufe ins Ausland günstiger sind, aber dazu müßte man seine gewohnte Nummer ändern oder sich eine Zweitkarte zulegen.
Im übrigen sollten die Wettbewerbshüter einmal prüfen, warum ein Mobilfunkvertrag nicht JEDERZEIT kündbar sein kann? Wenn der Kunde die gewonnenen "Vergünstigungen" (Das Handy für 1 Euro) vorab zurückzahlt, sprich sich "freikauft" (z.B. durch eine Einmalzahlung der restlichen Monatsraten meinetwegen plus einen kleinen Einmal-Aufschlag für den besonderen Aufwand, wie es bei Krediten der Fall ist) müßte das gehen, inklusive Rufnummern-Mitnahme.
Das gäbe ganz neuen Wettbewerb unter den Anbietern. wenn Anbieter A dem Kunden den vorzeitigen Wechsel vom Anbieter B bezahlen würde, könnten die Kunden jederzeit wechseln und die Angebote würden vor Kundenfreundlichkeit und Fairness nur so glitzern. (Ablösesummen sind nichts neues: Im Fußball gibts das schon lange :-)
Die Anbieter könnten mit "Schadensfreiheitsrabatten" kontern, wenn ein Kunde ununterbrochen jahrelang bei seinem Anbieter bleibt, gibts jedes Jahr ein paar Prozente Rabatt mehr. Wetten, daß das wirkt?
Wie wäre es denn, die Netzbetreiber und Anbieter dazu zu vergattern, Tarife mit sekundengenauer Abrechnung ab der ersten Sekunde anbieten zu müssen (wie in Frankreich und Spanien der Fall) und die ganzen Tarif und Rechnungsdschungel durch definierte Vergleichsgrößen wie im Supermarkt (100g kosten 1 fünzig) mal richtig durschaubar machen?
Wie wäre ein Pflichtansage/anzeige, die den Preis einer Verbindung vor dem Wählen und/oder Verbindungsende Gespräch ansagt oder anzeigt? (Kann vom Kunden auf Wunsch ausgeschaltet werden, gibts bereits in vielen Ländern!)
Wie wäre es, daß am Telefon mündlich abgeschlossene Verträge solange schwebend bleiben, bis der Kunde wasserdicht zugestimmt hat (z.B.durch seine Unterschrift oder ein PIN/TAN-Verfahren, das klar festlegt, daß der Kunde das auch ist?) Das würde das Vertrauen der Kunden in seriöse Anbieter stärken und den schwarzen Schafen das Leben schwer machen.
Stichwort Spam-Anrufe: Wie wäre es, wenn Call-Center eine eigene Vorwahl-Gasse bekommen, die sie abgehend signalisieren müssen, damit der Kunde sofort weiß, daß da ein Werbemensch anruft?
Wie wäre es, wenn Anbieter von TK-Dienstleitungen für ihre Kunden eine kostenlos erreichbare Hotline anbieten müssen?
Da würde mir noch viiiel mehr einfallen. Ihnen auch?

Henning Gajek kennt die Mobilfunkbranche wie kein anderer, er ist seit Jahrzehnten der deutsche Handy-Experte schlechthin.
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