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Wenn er die Tief-Preise der E-Netze so anschaut, beschleicht manchen Kunden die Frage, wann die "großen" Anbieter wie "D1" oder "D2" die gleichen oder ähnliche Preise wie die Discounter in den E-Netzen anbieten. Vodafone-D2 ist diesem Wunsch einen gewaltigen Schritt näher gekommen. |
Wer im Netz von Vodafone mobil telefonieren will und wem es einzig und alleine auf den niedrigst möglichen Preis ankommt, der findet seit heute einen Preis am Zeitungskiosk, der einen schon ins Grübeln bringen kann.
15 Euro im Monat für eine Flatrate zum deutschen Festnetz und zu allen Kunden des eigenen Anbieters. Pro Minute zu anderen Anschlüssen, sei es bei D1, D2, E+, o2 oder vistream werden 10 Cent berechnet und gut ist.
Das Surfen via Proxy im Internet kostet 35 Cent pro MB. Das eigene Portal sollte kostenlos sein, Anwender berichten, daß es hierbei zu Pannen kommt.
Hat man einen Monat lang keinen Bedarf auf "flaches" Telefonieren, schaltet man die Flatrate einfach aus, ist nicht genügend Geld auf dem Prepaid-Konto, schaltet sie sich automatisch ab.
Dieses "unmoralische" Angebot kommt von Bildmobil, der Mobilfunkmarke einer großen deutschen Boulevardzeitung, die man nicht lesen muß, um konkurrenzlos günstig mobil telefonieren zu können. Wer auf seine gewohnte Rufnummer nicht verzichten kann oder will, hat die Möglichkeit, diese Nummer zu Bildmobil zu portieren, der abgebende Anbieter möchte dafür dann nochmal runde 25 Euro einmalig haben.
Das Netz von Vodafone geht auch in der Provinz, mitunter sogar an Stellen, wo T-Mobile noch nachrüsten muß und gerade auch da, wo E-Plus oder o2 mit ihren Sendern noch nicht hingekommen sind. Der Fairness halber: Umgekehrt gibt auch es Ecken, wo Vodafone nicht geht, ein anderes Netz aber schon.
Für Simyo, Blau & Co, die bisher das Erstgeborenen-Recht auf günstige Preise für sich in Anspruch genommen haben, ist die Bild-Aktion ein herber Schlag ins Kontor. Zwar kann man dort auch eine Festnetz-Flatrate für 15 Euro haben, zahlt aber in fremde Netze noch 15 Cent.
Simyo, Blau und Co. könnten ihre Tarife vereinfachen, in dem sie ihren Einheits oder Basis Tarif auf 9 Cent für alles, 5 Cent für die Community und dazu optional buchbar die Flatrate zum Festnetz und zur eigenen Community anbieten würden. Die Kostenrechner dürften schon über den Büchern schwitzen.
Auch Congstar und fonic werden sicher in Krisensitzungen über ein vergleichbares Prepaid-Angebot tüfteln.
Im Moment scheint Vodafone insgesamt tariflich besser als beispielsweise T-Mobile dazustehen. Vodafone hat die Vorgaben der grünen Tiefpreis-Telefonierer schneller umgesetzt, etwa beim 60 Minuten in Fremdnetze-Paket für den Pauschaltarif "Superflat" oder bei den zubuchbaren SMS-Paketen, vergleichbares hat T-Mobile noch nicht.
Eins muß aber absolut klar sein: Bei solchen Discount-Angeboten sind Sonderwünsche wie eine persönliche Kundenbetreuung, welche die Probleme ihre Kunden sofort versteht und auch umsetzen kann nicht zu haben. Viele Kunden glauben, das nicht zu brauchen. Man wird sehen.

Henning Gajek kennt die Mobilfunkbranche wie kein anderer, er ist seit Jahrzehnten der deutsche Handy-Experte schlechthin.
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