Ist das Geiz ist Geil Fieber zu Ende? Nach billigen Telefonpreisen jetzt billige Strompreise? Und wer vom gleichen Anbieter Strom und Telefon "nimmt" telefoniert dann wirklich auch billiger?
Erinnern Sie sich noch an die TelDaFax ? Die boten zu Beginn des Call by Call im Festnetz günstiges Telefonieren vorbildlich sekundengenau unter der Vor-Vorwahl 01030 an. Lang ists her. Danach durchlebte die Firma gewaltige Turbulenzen. Die heutige Teldafax Gruppe verkauft u.a. jetzt Strom und neuerdings auch mobiles Telefonieren. Firmensitz ist nicht mehr in Marburg, sondern im rheinischen Troisdorf bei Bonn.
Die neue Mobilfunk-Flatrate "TelDaFax TeamFlat" gibts ab 9,95 Euro monatlich, wenn man von TeldaFax auch den Strom bezieht. Ohne Strom sind es 12,95 Euro pro Monat rund um die Uhr und das gilt für Anrufe ins deutsche Festnetz und zu den Mobilfunkkunden von TelDaFax. TelDaFax realisiert sein Angebot beim "virtuellen" Netzbetreiber vistream, der in Deutschland als "Untermieter" bei E-Plus roamt und sich die Vorwahl 01570 "ausgeliehen" hat.
Wie bei allen Angeboten kann man auf die einmalige Bereitstellungsgebühr von 25,94 Euro verzichten, wenn man rechtzeitig bucht, hier bis zum 30. September. Die Flatrate für 9,95 Euro bekommt man nur, wenn man einen Laufzeitvertrag über Telefon und Strom mit monatlicher Rechnung abschließt, dann werden auf die 12,95 Euro 3 Euro Gutschrift erteilt.
Als Zusatz können Minutenpakete in die deutschen Mobilfunknetze dazu gebucht werden, 50 Minuten für 9,95 Euro, 100 für 17,95 Euro oder 250 für 39,95 Euro pro Monat. Macht zwischen 20 und 16 Cent pro Minute in alle Handynetze, wozu dann auch E-Plus gehört. Außerhalb der Flat und des gebuchten Minutenpaketes telefonieren die Teldafax-Kunden für relativ teure 25 Cent in die deutschen Mobilfunknetze, eine SMS kostet die üblichen 19 Cent.
Wer monatlich 2 Euro mehr im Monat bezahlen will, bekommt noch ein "Mobilfunkgerät" dazu, wobei in der Pressemitteilung nicht gesagt wird, ob das Gerät "geliehen" ist oder am Ende dem Kunden gehört.
Irgendwie weiß ich nicht, ob das Angebot wirklich so spannend ist. Für 9 oder 10 Cent / Minute kann ich ohne jegliche Verpflichtung beim Discounter mobil telefonieren und habe freie Hand bei der Wahl meines Stromanbieters. Natürlich ist es schön, wenn man ein paar Euros an Strom im Jahr sparen kann, aber gerade im ländlichen Raum sollte man nicht vergessen, was der örtliche Stromversorger noch für die Gemeinde tut.
Wenn diese Einnahmen wegbrechen, spart der Verbraucher am Ende nix, sondern merkt das an nicht fahrenden Bussen, geschlossenen Bibliotheken oder Schwimmbädern früher oder später doch.
Von umknickenden Leitungen, weil die Stromversorger keine "Lust" mehr auf Investitionen ins eigene Netz haben, ganz abgesehen. Vielleicht sollte es viel mehr lokale Stromversorger geben, die ihren Strom aus lokalen Energien wie Wind und Sonne gewinnen, aber da schweifen wir schon zu weit vom Thema Telekommunikation und speziell Mobilfunk ab.
Deshalb mein Rat an die Mobilfunker: Bleibt bei Eurem Leisten. Liefert guten Mobilfunkservice und lasst den Strom denen, die sich damit wirklich auskennen. Aber vermutlich habe ich von diesen Themen einfach keine Ahnung.
Was meinen die Blog-Leser?

Henning Gajek kennt die Mobilfunkbranche wie kein anderer, er ist seit Jahrzehnten der deutsche Handy-Experte schlechthin.
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