23.07.08
Permalink 13:32:55, Blog: Hennings Handy-Welt, Kategorien: Hennings Handy-Welt, 622 Wörter   German (DE)

E-Plus feiert 16,2 Millionen

Blendende Zahlen stellte die E-Plus-Gruppe heute der staunenden Öffentlichkeit vor. Der sogenannte Serviceumsatz wuchs um 8,1% auf 757 Millionen Euro, der Verdienst nach Abzug von Steuern und Abgaben (EBITDA) legte um 5,1% gegenüber dem Vorjahr zu und die aktivierte SIM-Kartenzahl ("Kundenzahl") stiegt um 780.000 auf 16,2 Millionen.

[Mehr:]

Das sei das stärkste Wachstum seit 8 Jahren, melden die Düsseldorfer, die damit ihren
"profitablen Wachstumskurs der vergangenen Jahre im zweiten Quartal 2008 ungebremst" fortsetzen, wie das im besten Börsendeutsch heißt.

E-Plus ist sich sicher, daß die Umsätze aus Mobilfunkdienstleistungen, also Telefonate, SMS, Datenverbindungen, Mehrwertdienste etc. mit 757 Millionen Euro erneut das stärkste Umsatzwachstum unter den deutschen Netzbetreibern sein werden und das kontinuierlich seit zweieinhalb Jahren (oder 10 Quartalen). Damit sei der Marktanteil am Serviceumsatz von 13,7 Prozent im Vorjahr auf rund 15 Prozent gestiegen.

Frau Reding wird den folgenden Satz gerne lesen: "Dank eines starken Teilnehmer- und Nutzungszuwachs konnten geringere Roaming-Entgelte und niedrigere Terminierungsentgelte mehr als kompensiert werden."

Im Lebensmitteleinzelhandel wird in niedrigen Prozentbereichen verdient, beim Mobilfunk sehen die Zahlen deutlich besser aus: Mit 38,1 Prozent im 2. Quartal liegt die sogenannte Ebitda-Marge "erneut auf Augenhöhe mit den Marktführern und ist auch international ein Spitzenwert".

E-Plus war auf Einkaufstour: "Strategische Zukäufe im Vertrieb wie blau Mobilfunk, Ortel, SMS Michel, sowie der Einzug in 50 ehemalige Tchibo-Ladenlokale stärken unsere Position in Wachstumssegmenten weiter", freut sich E-Plus CEO Thorsten Dirks.

Zum 30. Juni 2008 zählte er 16,2 Millionen Karten in seinem Bestand, 2,6 Millionen mehr als ein Jahr vorher. 58 Prozent seiner Kunden (genauer SIM-Karten) sind bei Eigen- und Kooperationsmarken unter "Vertrag" (auch hinter einer Prepaidkarte liegt rechtlich gesehen ein Vertrag:-) Knapp 6,4 Millionen telefonieren mit einem Laufzeitvertrag, 9,8 Millionen nehmen lieber eine Prepaidkarte ohne weitere Verpflichtung. Nicht bekannt ist, wieviele Karten als reine "Schubladenkarten" zur Finanzierung eines Handys abgeschlossen wurden.

Dank gesunkener Tarife werden die Handys mehr als früher genutzt, doch nicht soviel mehr, um die gesunkenen Einnahmen aufzufangen. Die magische ARPU Zahl (Durchschnittsumsatz pro Kunde und Monat) liegt bei 16 Euro ("blended ARPU") und bei Vertragskunden bei 29 Euro (Minus 3%) und bei Prepaid-Kunden bei 6 Euro. 22% der Umsätze werden durch Datenverkehr inklusive SMS erzielt.

Was haben die Düsseldorfer richtig gemacht? Massiv die Kosten reduziert und alles, was nicht niet und nagelfest ist, ausgelagert. Das freut die Mami KPN in Holland bestimmt, der Kunde sieht es mit gemischten Gefühlen.

E-Plus hat die Kundengewinnungs- und Kundenbindungskosten um 32% zum Vorjahr gesenkt, sprich die Händler bekommen noch weniger Provision, falls überhaupt, weil viele Verträge längst übers Internet direkt mit dem Endkunden abgeschlossen werden. Viele Handyläden in den Hauptstraßen der Städte sind zeitweise gähnend leer oder haben schon geschlossen.

Natürlich kann ein gut informierter Kunde auf den Fachhandel verzichten, bis... es irgendwelche Probleme gibt. Dann schmort der Kunde in teuren Hotlines oder wartet sehnsüchtig, daß seine e-mails oder Briefe gelesen, verstanden und beantwortet werden.

Bei ständig steigenden Preisen für Energie und Lebensmittel sind die Kunden natürlich an sinkenden Mobilfunktarifen interessiert. Immer wieder aus dem Boden schießende neue Marken erzeugen ein künstliches Wachstum, was es eigentlich gar nicht gibt. Da wird bei jeder Gelegenheit eine "neue" Karte gekauft (oder man bekommt sie geschenkt), vielleicht einmal aufgeladen und diese liegt dann 1 Jahr oder länger rum, bevor sie vom Anbieter schlußendlich deaktiviert und damit in der Statistik bereinigt wird.

Egal. Die Jagd nach "Neukunden" geht unaufhörlich weiter. Sich mit dem Bestandskunden, seinen Wünschen und Problemen zu beschäftigen ist da natürlich langweilig.

Hoffentlich nutzt E-Plus das verdiente Geld, um sein stellen- und zeitweise überlastetes Netz und seinen Kundenservice massiv auszubauen, auch wenn dadurch die EBITDA-Marge kurzzeitig wieder etwas sinken sollte.

Viele reden von der Nachhaltigkeit, doch im Mobilfunk scheint mir das für einige Spieler eher ein Fremdwort zu sein.

Kommentare, Pingbacks:

Kommentar von: Florian [Besucher]
Tja, wen wundern solche Zahlen? Gestiegener Umsatz dank attraktiver Tarife, demgegenüber kaum Investitionen ins Netz entgegenstehen. HSDPA? Ein Fremdwort bei Eplus. UMTS? Ausbau läuft bestenfalls schleppend, Abdeckung ist im Gegensatz zu T-Mobile und Vodafone unterirdisch, ebenso die Geschwindigkeit.

Fazit: Eplus Preise mit D-Netz Datenübertragungsmöglichkeiten wird es natürlich nicht geben. Für Sprachtelefonie ist Eplus IMHO der mit Abstand attraktivste Anbieter. Wer aber auch nur ab und an Daten nutzen will wird sich schnell zu einem der Ds orientieren.

Sollte Eplus nicht bald mit der Datenübertragung via UMTS und HSDPA nachlegen, werden viele Umsatzstarke Kunden kündigen sobald ihre Verträge auslaufen.
Permalink 23.07.08 @ 13:42
Kommentar von: Horsti [Besucher]
@Florian: Wären die soo schlecht wie beschrieben, bliebe der Zuspruch sicher längst aus. Sicher bietet Eplus weder HSDPA noch ein vollflächiges UMTS-Netz, aber offenbar liegt das Hauptaugenmerkt der Kundschaft, insbesondere der Wechsel- und Neukunden eben nicht auf diesem Feature. Die Masse der Leute will derzeit sprechend und SMS schreiben. Alles andere ist Wunschdenken der Elfenbeinturminsassen.

Daten werden unterwegs überwiegend dienstlich genutzt. Dies tun zahlungskräftige Manager in Lounges der Lufthansa und der DB AG mit WLAN und somit weder mit UMTS noch mit HSDPA.

Auf Baustellen, also in der Pampa sehe ich aber überwiegend Base-Flats, die allein auf Grund der Kosten präveriert werden. Für ein paar Mail reichen nämlich 384 kbit/s vollkommen aus. Videos glotzen und Musik hören geht damit sicher nicht, aber die die Geld für ausgeben wissen zumeist genau was sie tun und wählen eben den von dir verrissenen Anbieter Eplus.
Permalink 23.07.08 @ 17:16
Kommentar von: Andi [Besucher]
Ich persönlich kenne eine Menge Leute, die bei ePlus ihren laufenden Vertrag gekündigt haben oder dies bei nächster Gelegenheit tun werden. Ich selbst gehöre dazu.

Denn ob ePlus wirklich die attraktivsten Sprachtarife bietet, sei mal dahin gestellt. Mit Hilfe der Discounter vielleicht, ja.

Aber ich persönlich bleibe bei O2 und kenne viele, die bei O2 ebenfalls sehr zufrieden sind oder dahin wechseln werden. Denn auch die haben sehr attraktive Tarife. Vor allem wenn man noch Fonic mit dazu beachtet.

Zu guter Letzt kommt noch hinzu, dass die UMTS-Versorgung von O2 um Welten besser ist, als bei eplus, denn dort ist sie geradezu unterirdisch - ein Grund warum ich gekündigt habe.
Permalink 24.07.08 @ 09:25
Kommentar von: Frank [Besucher]
Hallo,
dem kann ich zustimmen,
der Datendurchsatz bei sehr gutem UMTS ist extrem unbefriedigend.
Ich werde mal eine Beschwerde an eplus richten, 6 Monate habe ich noch...
Permalink 24.07.08 @ 17:26
Kommentar von: Tracker [Besucher]
Habe auch gerade gekündigt. (November wird der Vertrag auslaufen.)
Wenn bis November nicht klar ist ob und wann und wo HSDPA kommt bin ich bei Vodafone.
Da kostet die Surfflat zwar 10Euro mehr, aber dafür habe ich hier dann meist Broadband HSDPA.

EPlus muss echt langsam einsehen, dass der Kunde momentan zwar meist nur GSM Netz braucht, aber in den nächsten zwei Jahren die mobile Internetnutzung massiv zunehmen wird und man dafür ein viel besseres 3G Netz braucht als das momentan der Fall ist.
Permalink 26.07.08 @ 11:39
Kommentar von: Tracker [Besucher]
EDIT:
... da kostet die Surfflat zwar 5 Euro mehr (=10Euro absolut), aber....
Permalink 26.07.08 @ 11:40
Kommentar von: Florian [Besucher]
@Horsti: Na, wenn man sich hier mal den Tenor der Kommentare anschaut, kann ich nicht so ganz falsch liegen mit meiner Einschätzung. Es stimmt, momentan ist mobile Datenübertragung zwar noch nichts für die Masse - das wird aber in absehbarer (Vertragslauf-) Zeit kippen. Jeder der mal ein iPhone o.ä. mit Internetflat in der Hand hatte, wird sich fragen wie er bisher ohne mobiles Netz auskam. Da solche Endgeräte mittlerweile in bezahlbare Regionen kommen und die Services der Hersteller ganz klar in Richtung mobile connectivity ausgerichtet sind wird es zu einem Umschwung kommen.

Zudem kommt dass die Provider ein starkes Interesse an mobiler Datennutzung haben: die Preise für mobile Telefonie haben den Bodensatz erreicht, da ist keine riesige Marge für Umsatzwachstum mehr drin. Insofern müssen neue Umsatzfelder her.
Permalink 27.07.08 @ 12:57
Kommentar von: ania [Besucher] · http://01633590556
mama zadzwon do mnie!!
Permalink 05.08.08 @ 01:07
Kommentar von: Roman [Besucher]
Welcome to Funkloch

Ich bin gerade nach Hause gekommen. Also zurück in meine alte Heimat, das Saarland. Als ich über die Grenze zwischen Frankreich und Deutschland gefahren bin, schaltete ich meine vistream Karte auf "Deutschland", wartete ein paar Sekunden bis sie bereit war und versuche zu telefonieren. Eben kurz durchgeben "bin über die Grenze und in 10 Minuten daheim".

Also drückte ich eine Taste, das Telefon wählte und nichts geschah. Funkloch. Dann Netz: ich drücke wieder, Telefon baut die Verbindung auf, ein Rufzeichen und Schluss. Funkloch.

Zirka drei Minuten vor der Ankunft hatte ich dann Netz. Dann rief ich aber nicht mehr an, das rentiert sich nicht mehr.

Was mich jetzt ärgert: gerade schau ich auf der e-plus Netzabdeckungskarte an, um zu sehen, wie e-plus die Netzabdeckung selber einschätzt. Dort staune ich nicht schlecht. Laut der Karte ist alles lückenlos grün. Selbst in der höchsten Zoomstufe erkennt ich keinen einzigen, zumindest gelben Fleck auf der Karte.

Es mag sein, dass nun ein Sendemast ausgefallen ist oder sonsteine Störung vorlag und das Netz dort eigentlich flächendeckend ist. Nur mir fehlt der Glaube: dazu ist das ganze zu weit weg von interessanten Gebieten mit hohen Minutenumsätzen. Da ist jetzt kein Netz und da wird auch in Zukunft keines sein. Wäre nur fair, würde man das auch so auf der Karte ausweisen. Vielleicht sind das aber auch viele neue Kunden: gibt es wirklich intelligente Kunden, die sich erst vier Prepaidkarten kaufen und danach testen, ob das Netz tut? Dann gäbe es in der Statistik vier Neukunden und in Realität einen. Erklärt das die Penetration von >100%?
Permalink 10.08.08 @ 23:55
Kommentar von: möller [Besucher]
bekomme jeden tag egal welcher zeit anrufe zb. lotto und reiseversprechung zum teil buchen sie kosten vom konto ohne genehmigung frage mich nur wie sie an unsere daten kommen macht kein spaß mehr und nerven gehen auch zu ende habe schon prepait karte gekauft und schon wieder das gleiche spiel hoffe jemand weiß rat wie man es abschafft
Permalink 26.08.08 @ 19:10

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Hennings Handy-Welt

Mobilfunk Spezialist Handy
Henning Gajek kennt die Mobilfunkbranche wie kein anderer, er ist seit Jahrzehnten der deutsche Handy-Experte schlechthin.

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