06.08.08
Permalink 23:15:10, Blog: Hennings Handy-Welt, Kategorien: Hennings Handy-Welt, 624 Wörter   German (DE)

Umbruch im Provider Markt - wird Freenet zerlegt?

Morgen (am Freitag den 8.8.08) findet bei der Freenet AG eine Hauptversammlung statt. Danach könnte im deutschen Mobilfunkmarkt kein Stein mehr auf dem anderen bleiben.

[Mehr:]

Ralph Dommermuth der Chef von United-Internet (dazu gehören unter anderem 1&1 Puretec, GMX, web.de und vieles mehr) möchte gerne den Festnetz- und DSL-Teil von der Freenet AG haben. Den Internet-Hoster Strato würde er auch gerne übernehmen, da Strato der Erzrivale des hauseigenen Anbieters 1&1-Puretec ist.

Dommermuth verübelt dem Freenet Chef Spoerr, daß er in einem raffinierten Schachzug die Debitel AG übernommen und darüber den neuen Aktionär "Permira" an Bord geholt hat, die Anteile von Dommermuth und Choulidis an der Freenet AG und damit ihr Einfluß gingen durch diesen Schachzug zurück.

Die Brüder Choulidis, die ihre Karriere mit dem reinen Vodafone-D2-Service-Provider Alphatel begannen und heute die Geschicke des Drillisch-Konzerns lenken, hätten gerne noch den Mobilfunk-Service-Provider Freenet-Mobilcom/Debitel (inkl. Talkline) in ihre Sammlung mit aufgenommen, um bei den Netzbetreibern günstigere Einkaufskonditionen zu bekommen.

Die vom Team Dommermuth-Choulidis favorisierte Aufspaltung der Freenet-AG würde im Festnetz neben der Telekom und Vodafone-Arcor einen weiteren Telekommunikationsanbieter namens United-Internet weit nach vorne bringen.

Insider murmeln, daß das "Festnetz" von Mobilcom01019 (heute Freenet) eines der größten privaten Netze in Deutschland (neben der Deutschen Telekom) sein soll. Festnetz-Angebote von Freenet sind ohne extra Telekom-Anschluß inzwischen weit in der Fläche verfügbar, dieses Netz brächte nicht nur 1&1 weiter, auch die Vodafone, welche den größten deutschen privaten Festnetzanbeiter Arcor komplett geschluckt haben und spanische o2-Telefonica würde gerne mit dem ehemaligen Mobilcom01019-Festnetz ihr o2-DSL-Angebot weiter ausbauen.

Dem Markt täte es sicher gut, wenn es neben der Deutschen Telekom wenigstens noch einen privaten Festnetz/DSL Anbieter gäbe, der wirklich guten Service zu fairen Preisen mit weitgehend eigenem und stabilen Netz bietet, als sinnvolle Alternative zur Telekom.

Sollte die Zerschlagung funktionieren, gäbe es anschließend quasi nur noch einen Mobilfunk-Service-Provider in Deutschland. Spötter rätseln, ob dann ein generelles SIM-Kartenpfand (= bei Vertragsende muß man seine SIM-Karte zurückschicken oder nochmal zahlen) und allerlei kreative AGBs und raffinierte Tarifmodelle zum generellen Standard gehören werden, was viele Kunden bislang vor der Unterschrift unter Angebote der Drillisch Gruppe (dazu gehören Alphatel, Telco (vorher rslcom, vorher Motorola TelCo) und die Discounter von Ja über Penny bis Simply und Maxxim oder die Daten-Discounter RadiCens/MoobiCent) zögern ließ.

Beim Internet- und DSL-Anbieter Freenet stört viele potenzielle Kunden die - sagen wir mal - "Hemdsärmeligkeit" mit der durch provisionshungringe Vermittler ahnungslosen Kunden teure oder nicht gewollte Verträge "angedreht" wurden. Die Verbraucherzentralen wissen ein Lied davon zu singen, Verbrauchersendungen im TV sowieso.

Nun möchte das Team Dommermuth/Choulidis dem Freenet Chef Spoerr das Vertrauen entziehen und den bisherigen Freenet-Vorstand entmachten. Zeitungen spekulieren, ob am Ende der bisherige Debitelchef Oliver Steil dann als Chef der neuen Freenet antreten könnte, eine fürwahr "steile" Karriere.

Wird die heutige Freenet zerschlagen? Wird sie es nicht?

Im Festnetz-Im DSL-Markt ist derzeit noch Wachstum drin, im Mobilfunk locken die Datendienste, aber die Kunden können oder wollen wenig dafür augeben. Ist ein Mega-Service-Provider Mobildebitdrillisch auf Dauer überlebensfähig?

Die Freenet AG meldet ein Einbruch beim Gewinn um 20 Millionen Euro. Für die Börse eine heftige Zahl. Ist es denkbar, daß der Gewinneinbruch von enttäuschten Kunden stammt, die mit dem "Kundenservice" auf die Dauer nicht so ganz klar kamen? Da könnte man sicher gegensteuern, aber für "lau" gibts da wenig.

Wenn Eckehard Spoerr überlebt, könnte er den DSL/Festnetzteil auch an die o2-Telefonica verkaufen, die vielleicht einen besseren Preis zahlen und den "Rest" behalten. Vielleicht revanchiert Spoerr sich und kauft im Gegenzug die Drillisch Gruppe?

Kommentare, Pingbacks:

Kommentar von: Gast [Besucher] · http://www.dsl-tarifprofi.de
Man kann über Freenet sagen was man will, aber ein Verkauf der DSL Sparte an UI bzw. 1&1 würde den Wettbewerb der Anbieter entspannen. Und für die Kunden belebt Wettbewerb ja bekannterweise das Geschäft...
Permalink 09.09.08 @ 21:28

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Mobilfunk Spezialist Handy
Henning Gajek kennt die Mobilfunkbranche wie kein anderer, er ist seit Jahrzehnten der deutsche Handy-Experte schlechthin.

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