RSS|Web 2.0 kommt aufs Handy. Das war eine Erkenntnis beim gestrigen Mobile Summit, dem Expertenforum im Rahmen der IT- und TK-Messe Systems in München.
YouTube und MySpace mobile? Kostenlose Inhalte, die per Handy verteilt werden? In München wurde noch nicht klar, ob das für Netzbetreiber und Diensteanbieter eher Chance oder Gefahr bedeutet. Eric Lagier, Director Business Development von Skype Mobile, forderte René Obermann & Co. jedenfalls auf, “das Internet zu umarmen.”
Komisch, wir dachten, das Netz sei schon längst auf dem Handy. Trotz web´n´walk und Handy-TV wurde aber zu Beginn des Summit wieder hauptsächlich über die UMTS-Lizenzkosten gejammert. Dabei zeichnete sich im Verlauf des Tages ab, dass alle Anwendungen, die uns vor vier bis fünf Jahren versprochen wurden, jetzt endlich auf dem Handy angekommen sind.
Weitere Learnings:
- René Obermann kam, kuschelte und verschwand wieder. Der T-Mobile-Chef erweckte in seiner Keynote den Anschein, als seien alle Mobilfunkanbieter dicke Freunde – und die neuen Player von Skype & Co. sowieso.
- Erwin Huber, Bayerns Wirtschaftsminister, bedauerte das Hinscheiden von BenQ-Siemens, rief aber gleichzeitig zu Optimismus auf.
- 90 Prozent der Zuhörer wurden per Umfrage als Blackberry-Besitzer enttarnt. In manchem mag da der (völlig falsche) Glaube erwachsen sein, dass solche Geräte irgendwann raus aus der Business-Ecke kommen und sich wirklich gut verkaufen.
- A propos: Intel, so enthüllte Unternehmenssprecher Mike Cato, beschäftigt 280 Ethnologen, die nichts anders tun als herauszufinden, wie man Handys und andere Hightech-Geräte intuitiv nutzbar machen kann. Und wir haben uns während des Studiums immer gefragt, was die komischen Typen später mal werden wollen.
- Mads Winblad, Vice President Nokia Multimedia, versuchte es wieder einmal: Nokia baut keine Handys mehr, sondern Multimedia Computer. Sonstiger Gehalt seines Vortrags: Null. Allerdings hielt der Däne ein N95 hoch. Das hätten wir ihm schon gerne abgenommen.
- Zum Schluss noch eine Warnung: Handy-TV soll in drei bis vier Jahren den Massenmarkt erreichen. Darin einig waren sich Wolfgang Kasper (RTL NET GmbH, RTL interactive) und Martin Hoffmann (MME Moviement).
- Und eine Prognose: Der Umsatzanteil der mobilen Dienste im Verhältnis zur Kommunikation (Gespräche, SMS) soll sich bei 20 Prozent einpendeln. Ob da Web 2.0 auf dem Handy schon eingerechnet ist, wissen wir nicht.
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