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Nokia World: Niklas Savander - Nokia, das nächste Google?

3. Dezember 2008 Kategorien: Xonio-Team

Willkommen zurück beim Live-Blogging von der Nokia World in Barcelona. Ich sitze im Auditorium und gebe Eindrücke der Keynote von Niklas Savander wieder, dem Executive Vice President Services & Software. Thema: Digital Services – The Next Frontier.

„Die Welt ändert sich, das Internet verändert sich auch“, so beginnt Savander seinen Vortrag. Das Schlagwort der Stunde sei „Location“. Konsumenten wollen Lösungen, sagt der Nokia-Manager, und dazu gehören Internet-Dienste ebenso wie mobile Kommunikation. Das sei der Grund, warum sich das Unternehmen sehr stark verändere – hin zu einem Anbieter von Services.

Nokia fokussiert sich auf fünf Bereiche: Musik, Spiele, Nokia Maps, Messaging und Multimedia. In diesen Bereichen sieht Nokia laut Savander die größten Möglichkeiten, Umsätze zu erzielen. Um die Themen zu entwickeln, habe Nokia in den vergangenen Monaten über 700 Mitarbeiter von Konkurrenten wie Yahoo und Google abgeworben.

Jetzt geht´s ins Detail. Savander spricht darüber, wie schwierig es war, für Nokia Maps 3.0 die Navigationslösung von Navteq mit den Zusatzinformationen aus der Nokia-Entwicklung zu verbinden. Konflikte mit den Netzbetreibern habe man pragmatisch durch Kooperationen entschärft.

So viel zur Praxis, zurück zur Strategie. Nokia hat laut Savander die Möglichkeit, einen Service zugleich weltweit auf 400 Millionen Handys einzuführen – so viele Geräte verkauft der Marktführer dieses Jahr. „Wir können das weltweit größte soziale Netzwerk aufbauen“, sagt Savander, „und mit GPS-Navigation und entsprechenden Diensten werden wir das gesamte Internet verändern.“

Das Handy werde ein Aufnahmegerät fürs ganze Leben, erwartet Savander. 2010 will Nokia 300 Millionen Handys mit GPS-Navigation verkaufen. Das Ziel: über ortsbezogene Dienste Menschen und Orte verbinden.

Am Anfangs steht allerdings die simple E-Mail. Schon diese sei auf dem Handy nur mühsam zu etablieren gewesen, zeigt Savander auf. Nokia wolle die E-Mail auf dem Handy für jeden einfach nutzbar machen – von der Installation über die Preise bis zum Verschicken. Der Dienst Nokia Messaging wird von Produktmanager Davis Fields live demonstriert. Das sieht wenig spektakulär aus, klappt aber. Fields loggt sich ein, löscht E-Mails, zeigt das Messaging-Menü und weist darauf hin, dass die E-Mail-Software auch auf Series-40-Handys läuft.

In 20 Sekunden sollen E-Mails gecheckt, gelöscht und bearbeitet werden können. Dazu kommt Instant Messaging, unterstützt werden die beliebtesten Messenger von Yahoo bis Microsoft.

75 Prozent der Menschen haben allerdings noch keinen E-Mail-Account, mit dem sie sich bei Nokia Mail einloggen könnten. Für sie hat Nokia den Service Mail on Ovi entwickelt. Auch dieser wird von Davis Fields demonstriert – vom ersten Setup bis zur Wahl der Mail-Adresse, der Eingabe eines Sicherheitscodes und der ersten E-Mail. „Mit Mail on Ovi begeben wir uns auf einen riesigen, unerschlossenen Markt“, ergänzt Fields.

Niklas Savander wechselt zum Thema Nokia Maps. Auch hier gibt es eine Live-Demonstration, gezeigt wird Maps on Ovi. Wer Google Maps kennt, wird hier nicht überrascht, es gibt allerdings einen sehr schönen Terrain-Modus und eine 3D-Ansicht wie bei Google Earth. Dazu kommen 3D-Ansichten von besonders wichtigen Gebäuden. Die Kartenansicht lässt sich mit dem Handy synchronisieren. Damit lassen sich bevorzugte Orte und Routen auch unterwegs anzeigen.

Savanders Fazit: Nokia wird sich verändern, hin zu einem Service-Anbieter. Dabei bleibt das Ziel laut Savander, Menschen zu verbinden. Seine Aufforderung zum Schluss: Folgen Sie uns auf unserer Reise.

Mein Fazit: Nokia hat die Marktmacht, um sich neben Google als Dienste-Gigant zu etablieren - vor allem weltweit betrachtet und mit Fokus auf mobile Dienste. Um Kooperationen mit Netzbetreibern, sozialen Netzwerken und anderen Anbietern wird man natürlich nicht herum kommen, was bedeutet: Die Einnahmen werden geteilt. Nokia hat allerdings die Power, um Googles Bedeutung fürs mobile Internet relativ gering zu halten, ein Monopol wird es also nicht geben. Besonders interessant: Der Versuch, die Menschen in den Entwicklungsländern zu vernetzen. (uba)

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