RSS|Die Wirtschaftszeitung “Financial Times” will herausgefunden haben, daß Vodafone über den Kauf von T-Mobile nachdenkt…
… in England.
Dort gibts derzeit 5 konkurriende Mobilfunkanbieter mit “eigenem” Netz, aber der Markt steckt fest, weil die Preise für Verbindungen in fremde Netze hoch und die Kunden extrem wählerisch sind.
T-Mobile Deutschland ist mit seiner Tochter T-Mobile UK nicht sonderlich glücklich, weil sie ihnen die Bilanzen zerhagelt haben. Als erster Schritt wurde das Management in England ausgetauscht, um zu schauen, ob man den Laden nicht doch noch “zum Fliegen” bekommt. Beim Netzaufbau arbeitet T-Mobile schon mit Three (“3″) zusammen, jenem Hong Konger Tiefstpreis Anbieter, der UMTS-Handys verschenkt und dennoch auf keinen grünen Zweig kommt, weil… Insider murmeln es hinter vorgehaltener Handy, das Netz nicht so toll ist, wie man das hierzulande erwarten würde.
Telekom Finanzchef Timotheus Höttges, selbst ein ehemaliger Mobilfunkmann, hat “keinerlei Denkverbot verhängt” und so wird nun eifrig spekuliert, ob T-Mobile seine englische Tochter zum Verkauf stellen könnte, zum “Schnäppchenpreis” von 3-4 Mrd Euros.
Wenn Vodafone UK, die dort auf Platz 2 stehen, sich T-Mobile UK kaufen würde, stiege der Marktanteil über Nacht auf 40%. Damit könnte man vielleicht – so die Hoffnung – die Preise etwas erhöhen, damit endlich wieder mehr Geld verdient wird, die Sache könnte aber für Vodafone auch ins Auge gehen, wenn die bisherigen T-Mobile UK Kunden nach der Übernahme zur Konkurrenz “abhauen” sollten.
Marktführer in England ist o2, die Tochter der spanischen Telefonica. Das hat historische Ursachen. Gestartet ist o2-UK unter dem Namen BT-Cellnet und war eine 100% Tochter der British Telecom. Irgendwann wurde der Mobilfunk abgekoppelt, die Marke mm-o2 erfunden und später nach Spanien verkauft. o2 UK denkt nun auch drüber nach, ob man T-Mobile kaufen könnte, Orange UK hat auch schon angeklopft. Three (“3″) hat Angst um das gemeinsame Netz, wenn der Partner verkauft werden sollte.
Um den möglichen Deal zu verstehen, denken wir uns doch mal aus, wie das in Deutschland wäre. Da würde die Nummer zwei (Vodafone D2) schlicht die Nummer 3 oder 4 kaufen, also Vodafone kauft E-Plus oder gleich o2?
Da könnte Vodafone einfach die Kundendaten übernehmen und die Kunden in ihr eigenes Netz “umschalten”, entweder durch “nationales Roaming” oder durch Austausch der SIM-Karten, die Rufnummern würden bleiben. Das übernommene Netz würde wohl weitgehend abgeschaltet und abgeschraubt werden, die Bauteile könnte man vielleicht in ärmere Regionen verkaufen.
Wer schon einmal in England war, weiß, daß die Netzqualität der großen o2-uk und Vodafone uk stellenweise echt “bescheiden” ist, aber auch T-Mobile UK, Orange oder Three haben noch jede Menge Funklöcher, die sie aufholen müssen. Von daher würde ich eine Martklücke für T-Mobile UK sehen: Kompromisslos gute Netzqualität. Das geht nicht von heute auf Morgen, das muß auch gut beworben werden. Manche deutsche Tugend ist auch auf der britischen Insel populärer als man denkt. Wenn Sie auf eine Party gehen, sollten Sie über deutschen (!) Fußball Bescheid wissen, Ihre englischen Gesprächspartner können sogar die Namen fast akzentfrei aussprechen “Ruomenigge..” und das ist schon eine Weile her.
Und vielleicht mal die Londoner U-Bahn mit Netz versorgen, das wäre mal eine richtig vernünftige Aufgabe, die o2-UK und Vodafone UK bislang weitgehend übersehen zu haben scheinen.
Keine verwandten Beiträge gefunden.
Tags: Kauf, Netzqualität, T-Mobile, vodafone