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Wenn die SMS im Ausland billiger ist…

28. November 2008 Kategorien: Hennings Handy-Welt

Schreiben Sie gerne eine SMS? Sicher. Weltweit werden Milliarden von Kurznachrichten verschickt, weil diese kurzen Texte ungemein praktisch sind.

Es gibt Situationen, wo eine SMS unauffällig gesendet werden kann, der Empfänger sitzt in einem Meeting, im Unterricht oder sonstwo und so ein kleiner Gruß tut auch dem Seelenleben gut. Da stört es auch nicht, daß diese Kurznachrichten auf Bits und Bytes umgerechnet ganz schön teuer sind.

19 Cent (umgerechnet 38 Pfennige) kostet eine solche Nachricht heute in der Regel. Wer es günstiger will, darf zu einem Discounter gehen, da kostet die kurze Nachricht dann 8 oder 9 Cent das Stück.

Wer im Ausland “simst” wurde bislang mit 50-70 Cent pro Nachricht zur Kasse gebeten, ein Grund warum die EU sich da nach langer Vorwarnzeit “eingemischt” hat, aber die Netzbetreiber haben ihre Lektionen aus der Regulierung der Telefoniepreise noch nicht gelernt, vielleicht, weil der bisherige Zustand so schön praktisch war. Die Gäste kommen aus Deutschland und wollen kommunizieren, also schlucken sie auch die hohen Preise, weil es ja keine Alternative gab.

Die deutschen Mobilfunker sind hier (ausnahmsweise) unschuldig, sie hätten natürlich die Verkaufspreise höchstens unter die Einkaufspreise senken können, aber das hätte auch nichts bewirkt, weil die ausländischen Lieferanten dadurch ja nicht unter Druck geraten wären.

Das hat nun die EU besorgt. Erst mit den Sprachtarifen und jetzt mit den SMS-Tarifen, die - wenn alles glatt geht - dann “nur” noch 13 Cent pro SMS kosten werden.

Und damit haben wir das Paradoxon,daß künftig eine SMS im Ausland 13 Cent und im Inland 19 Cent kostet, wenn man keine Karte eines Tiefstpreis-Discounters hat.

Was könnte die Folge sein?

Ganz schlaue Mitmenschen könnten sich ausländische Prepaid-Karten aus einem EU-Land besorgen und damit ihre SMS hierzulande für 13 Cent verschicken, aber das dürfte eine Minderheit bleiben, solange es hier schon Anbieter für 8 oder 9 Cent pro SMS gibt.

Mittel- bis langfristig könnten die deutschen SMS-Preise vielleicht sinken. Der SMS-Lust der Mobilfunk-Kunden scheinen die Preise bislang nicht geschadet zu haben.

3 Reaktionen zu “Wenn die SMS im Ausland billiger ist…”

  1. Roman Says:

    Das erinnert mich etwas an die Situation, die meine Freundin lange hatte, wenn sie mich in Deutschland besucht hat. Wenn sie eine SMS über Vodafone versendet hat, hat das zirka 30 Rappen gekostet. Das war in der Zeit, als Vodafone gerade die Preise für SMS ins Ausland “angepasst” hat und “günstige” 29 cent verlangt hat.

    Damit war es für eine Orange CH Kundin billiger, eine SMS mit dem Vodafone DE Netz ins Ausland zu versenden als für einen direkten Vodafone Kunden…

  2. Mark Says:

    Die EU hat die Preise für Anrufe aus dem Ausland auf 54 CT gestutzt. Wurden dadurch Anrufe aus Deutschland ins Ausland billiger? Nein, es bleibt dabei, dass ein Anruf vom Handy aus dem EU-Ausland auf ein dt. Handy nun 54 CT kostet, ein ähnlicher Anruf rückwärts ab 1,99 EUR (dt. Handy auf EU-Handy) zu haben ist.

    Wieso sollte das bei SMS anders werden? Die werden die EU-SMS-Preise geschickt abseits der Haupttariftabellen plazieren, so wie sich auch die Roamingpreise erst in Untermenüs zum Roaming finden lassen.

  3. Roman Says:

    @Mark

    Den Rückruf bekommen sie mittlerweile ab 0,09 Euro/min. Die Zeiten, in denen man 1,79 DM/min zahlen “durfte”, kenne ich selber noch zu gut…

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