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Jetzt konstruiere ich mal schnell eine Situation, wie sie durchaus vorkommen könnte: Ich sitze im Zug und eine meiner Töchter ruft an, weil sie mit den Hausaufgaben nicht klar kommt. „Was ist eine Hypotenuse?“, fragt sie.
Hätte ich jetzt bloß Zugriff auf Wikipedia. Hatten wir nicht mal auf Xonio eine News, in der es darum ging, dass man das Internet-Lexikon jetzt auch auf dem Handy nutzen kann?
Damit steht das Thema unseres heutigen Praxis-Tests fest: Wikipedia auf dem Series-60-Handy Nokia E61.
Die Software gibt es per SMS (Stichwort „JOCA“ an die 72626) oder im Netz unter
http://www.joca.tv/sites/Download.htm
1. Installation
Die erste Hürde: Zukünftige Wikipedia-Nutzer müssen ihre Daten hinterlassen, unter anderem auch die Mobilfunknummer. Ärgerlich, aber unvermeidlich. Die SMS mit dem Download-Link trifft dafür innerhalb von Sekunden ein. Das Programm ist 95 KByte groß und lässt sich zunächst problemlos installieren. Am Ende bleibt der E61-Bildschirm aber weiß, oben dreht sich einsam die WAP-Weltkugel:

Selbst ein Druck auf die „Abbrechen“-Taste hilft nichts, also gehen wir zurück auf den Home-Screen des E61 und von dort ins Menü „Installationen“. Das „Joca“-Icon ist drin:

2. Menüführung
Nach Klick auf das Icon erscheint die Abfrage „Netznutzung durch Programm Joca zum Senden oder Empfangen erlauben?“ Ich antworte mit „Ja“ und werde gebeten, einen Zugangspunkt ins mobile Internet auszuwählen. Das ist in meinem Fall „T-Mobile Internet“.
Es erscheint eine Joca-Seite mit schwarzem Lade-Balken und anschließend der folgende Screen:

Von Wikipedia keine Spur. Also klicken wir uns durch.
2.1 User: Hier können die persönlichen Daten überprüft und geändert werden.
2.2 Info: Hier erscheint das Impressum der Interact!V Gesellschaft für interactive TV Dienste mbH & Co. KG.
2.3 AGB: Na, ratet mal.
2.4 Neu: Hier aktualisiert der Nutzer die Navigation und den Client. Hat sicher auch nichts mit Wikipedia zu tun.
Um das Ganze abzukürzen: Auch hinter den Logos „Fernseher“, „Radio“ und „Würfel“ verbirgt sich kein Online-Lexikon. Alle Icons führen zu anderen Dienste, eine Übersicht gibt´s hier.
Verwirrende Menüführung, dafür gibt´s Abzüge. Andererseits: Hier stecken zahlreiche Funktionen, die sicher einen zweiten Blick Wert sind.
3. Wikipedia auf dem Handy
Unter dem Logo „Zeitung“ werde ich schließlich fündig und klicke schnell auf das Wikipedia-Symbol. Es erscheint ein Auswahlfeld und nach Klick auf „Wikipedia“ ein Feld, in dem der Suchbegriff eingegeben werden kann. Außerdem kann hier noch die Sprache ausgewählt werden, Deutsch ist voreingestellt:

Und dann bin ich am Ziel:

Fazit: Joca bringt Wikipedia aufs Handy – und noch viele andere Dinge. Daher ist die Navigation etwas mühsam, mit etwas Übung und einer schnellen WAP-Verbindung (ich hatte UMTS) ist es aber kein Problem, Wikipedia-Einträge schnell aufzurufen. Auf das schöne Hypotenusen-Bild der Online-Wikipedia muss ich auf dem Handy allerdings verzichten. Und das ist Programm: Von Angela Merkel zum Beispiel gibt es auch kein Foto. Für Wissbegierige, die darauf verzichten können, lohnt sich die Installation von Joca. (uba)
20. März 2007 um 16:45 Uhr
Siehe dazu auch mein Blogposting bzw. die Seite Wikipedia:Unterwegs
21. März 2007 um 22:15 Uhr
Wow, das ist ja eine wissenschaftliche Abhandlung zum Thema mobile Wikipedia. Die editierbare Version probiere ich auf jeden Fall auch noch aus, danke.