
Spannend an der Communication World, dem Mobilfunk-Panel auf der Systems in München, war vor allem das Aufeinandertreffen von alten Rivalen. Rivalen wie E-Plus-Chef Thorsten Dirks und T-Mobile-Technikchef Günther Ottendorfer.
Letzterer hat derzeit den Vorteil, dass er vom iPhone schwärmen darf, das T-Mobile am 9. November in die Shops bringt. Thorsten Dirks sagt in München dazu: „Das iPhone ist nur ein Randthema.“ Ganz unrecht hatte er damit zumindest nicht, was die Diskussionen betraf. Zum großen Shootout pro und contra iPhone kam es nicht, als Netzbetreiber, Diensteanbieter und Techniker sich über die Zukunft des Mobilfunks austauschten. Denn was den allgemeinen Trend angeht, waren sich alle einig: Das Internet auf dem Handy setzt sich (endlich) durch.
In eigener Sache
„2007 markiert den Wendepunkt im mobilen Internet“, ist sich Terry von Bibra sicher. Der Vice President von Yahoo Europe glaubt das, weil die von den Netzbetreibern errichteten Zäune endlich eingerissen seien und der freie Zugang zum Netz übers Handy nun möglich sei. Als Beispiel nannte von Bibra nicht zuletzt sein Portal Yahoo Go. Damit war er längst nicht der Einzige, der den Mobile Summit nutzte, um nach Kräften fürs eigene Unternehmen zu werben. Peinlichstes Beispiel: Der als Zuschauerfrage getarnte Vortrag einer unbekannten Marktforscherin, die minutenlang Umfrageergebnisse zum Thema Web 2.0 ausbreitete.
Video-Werbung
Weitere Treiber, das ergab die Diskussion, seien jetzt günstige Surf-Tarife, sprich: Flatrates sowie eine einfache Bedienung der Handys. Thorsten Dirks wünschte sich zudem eine Zusammenarbeit der Anbieter, entwertete diese schönen Worte aber gleich durch eine Kampfansage an die direkten Konkurrenten: „Wir holen unsere Kunden von den Wettbewerbern und aus dem Festnetz.“ Neue Umsatzpotenziale will er zudem mit Werbung auf dem Handy generieren. Allerdings, so Dirks auf mein Nachfragen, habe man hier noch nichts Vorzeigbares entwickelt: „Wir prüfen noch, in welcher Form die Werbung aufs Handy kommen kann, damit sie von den Nutzern auch akzeptiert wird und einen echten Mehrwert bietet.“ Als Beispiel nannte Dirks kurze Videoclips, mit denen etwa ein Autohersteller seine Kunden von Zeit zu Zeit neue Entwicklungen informieren könnte.
Ein Gerät für den Massenmarkt?
Und was ist jetzt mit dem iPhone? Günther Ottendorfer widerspricht Thorsten Dirks: „Das Gerät wollen alle haben, es ist für den Massenmarkt“. Mehr ließ er sich auch im Gespräch unter vier Augen nicht zu T-Mobiles Erwartungen entlocken. Und das unselige Thema UMTS/HSDPA umschiffte er: EDGE und WLAN seien für das Surferlebnis mit dem iPhone absolut ausreichend. Zumal HSDPA ohnehin nicht bundesweit verfügbar sei. Apple und T-Mobile, sagte Ottendorfer, das sei eine Verbindung, die im Himmel geschlossen worden sei. Ob er auf Wolke sieben bleibt, können wir ab 9. November verfolgen. Dann kommt das iPhone in die T-Mobile-Shops. Die Rivalen mögen am Erfolg zweifeln, aber zumindest der Termin, so Ottendorfer, „steht felsenfest“. (uba)
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